Am Puls der Veränderung
Change Management ist kritischer Erfolgsfaktor in Effizienzprojekten
Obwohl Manager heute wissen, wie wichtig der professionelle und faire Umgang mit Mitarbeiterinteressen in Kostensenkungs- und Restrukturierungsprojekten ist, sieht die Realität oft anders aus. Dabei sind es gerade zu Beginn die weichen Faktoren, mit denen man am Ende harte Projektziele erreicht.
Die gegenwärtige Wirtschaftssituation lässt vermuten, dass professionelles Veränderungsmanagement eher wenig Konjunktur hat. Für manche Unternehmen geht es derzeit im Krisenmanagement um die reine Existenz. In anderen Unternehmen, in der ein Effizienzsteigerungsprogramm die nächste Kostensenkungsmaßnahme jagt, fragt sich so manche Führungskraft nicht nur hinter vorgehaltener Hand, ob man die Ressourcen für das Managen der vermeintlich „weichen“ Faktoren nicht woanders einsetzen müsste. Wenn die „harten“ Fakten den Takt angeben und das Budget ohnehin knapp ist, scheint die Versuchung groß zu sein, der rein funktionellen Seite von Effizienzprojekten Vorfahrt zu geben. Gleichzeitig wissen Management und Projektmanager um die Notwendigkeit eines professionellen und fairen Umgangs mit den Mitarbeiterinteressen in Kostensenkungs- und Reengineringprojekten.
Ohne die Mitarbeiter in den Veränderungsprozess mit einzubeziehen gelingt kein Rationalisierungs- und Restrukturierungsprojekt. Was sind also die Erfolgsfaktoren für ein Effizienz-getriebenes Veränderungsprojekt? Und worauf kommt es insbesondere zu Beginn eines solchen Vorhabens an? Projektleiter von Veränderungsprojekten benennen inzwischen die Änderung von Einstellungen und Haltungen, die Unternehmenskultur und eine unterschätzte Komplexität als die drei größten Herausforderungen von Change-Projekten. Diese „weichen“ Themen werden heute deutlich vor operativen Hürden wie Ressourcenknappheit, Prozess- und IT-Änderungen genannt (IBM Corporation, „Making Change Work“, Oktober 2008, S. 12).
Dennoch sieht die Realität oft anders aus: Zwischen brodelnder Gerüchteküche, einer „Jetzt aber warm anziehen“-Einstellung und der Haltung nach dem Motto „Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird“ liegt mit einem auf operative Themen fokussierten Projektbeginn bereits eine breite Varianz an Einstellungen vor. Abhängig von Anzahl, Intensität und erlebten Konsequenzen bereits durchlebter Optimierungsprojekte schwankt in der Belegschaft die Stimmung zwischen Angst und Abwarten.
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