Beherrsche das Chaos
Betriebskonzepte für 4G-Mobilfunknetze setzen auf Selbstorganisation
Evolution lässt sich auch bei der Weiterentwicklung von Mobilfunknetzen nicht aufhalten! 3GPP LTE ist das Stichwort – diese Netze werden in Zukunft eine große Zahl von Automatisierungsfunktionen unterstützen, die den Betrieb des Netzes erleichtern. Die dadurch ermöglichten Kosteneinsparungen beim Netzbetrieb erhöhen die Attraktivität für die Mobilfunkbetreiber. Zweck dieses Artikels ist es, für 4G IT-Systeme das Ausmaß der notwendigen Unterstützung für Automatisierung zu identifizieren und einen Lösungsvorschlag für 4G OSS SON-Konzepte zu unterbreiten.
Der Bedarf für orts- und zeitungebundene Kommunikation steigt und die Mobilfunkkunden verlangen nahtlosen, mobilen und breitbandigen Zugang zu ihren Diensten. Folgerichtig werden neue Technologien entwickelt und im Netz eingesetzt, um die Vision des mobilen Breitbandnetzes auf IP-Basis zu erreichen, mit festnetzähnlicher Leistung.
Das Standardisierungsgremium “Third Generation Partnership Project” (3GPP) arbeitet im Rahmen des Programms “Long Term Evolution (LTE)” an Spezifikationen für eine neue breitbandige Funkschnittstelle, die Downloads auf das Endgerät mit 100Mbit/s erlaubt. Die 3GPP System Architecture Evolution (SAE) -Initiative entwickelt eine Netzarchitektur für das IP-basierte, paketvermittelte Kernnetz dieser Mobilfunknetze der nächsten Generation. Diese Architektur basiert auf einem einfachen IP-Netz mit flacher Hierarchie. Die Kombination der höheren Bandbreite des Mobilfunkanschluss durch LTE sowie der einfachen IP-basierten Netzarchitektur durch SAE erfüllt die Anforderungen der Mobilfunknetze der nächsten Generation (NGNM = Next Generation Mobile Networks), die auch als 4G-Netze bezeichnet werden.
Neben dem breitbandigen, mobilen Anschluss und den fortschrittlichen IP-Netzkonzepten unterstützen die 4G-Netze eine große Zahl von Automatisierungsfunktionen, die den Betrieb des Netzes erleichtern. Dazu zählen Funktionen für die Selbstkonfiguration und die Selbstheilung von Netzelementen (NE), die unter dem Oberbegriff “selbstorganisierende Netze” (SON = Self-Organizing Networks) zusammengefasst werden. Die dadurch ermöglichten Kosteneinsparungen beim Netzbetrieb machen SON für die Mobilfunknetzbetreiber sehr attraktiv.
Die heutigen 2G- und 3G-Netze verfügen dagegen nur über sehr eingeschränkte Automatisierungsfunktionen im Netzbetrieb, so dass Konfigurationsänderungen oftmals einen mit hohen Kosten verbundenen manuellen Eingriff durch das Betriebspersonal erfordern. Es ist demzufolge von höchstem Interesse für die Netzbetreiber, den Aufwand für den Netzbetrieb zu minimieren, indem solche manuellen Tätigkeiten weitgehend reduziert werden. Die Konzepte zur Selbstorganisation eines Netzes zielen auf die Erfüllung der Automatisierungserfordernisse und leisten damit einen hohen Wertbeitrag durch Reduzierung der Kosten für dessen Betrieb.
Weiter