DMR Magazin - Logo and Navigation

content area

FORTSETZUNG: Betreiber zwischen Scylla und Charybdis
Schrift: - +

Die multidimensionale Gefahr

Die stetig wachsenden Anforderungen an Übertragungskapazität und Bandbreite sind ein alter Hut. So hat sich beispiels­weise der Bandbreitebedarf einer üblichen Webseite in den letzten ­10-15 Jahren mehr als verzwanzigfacht. Neben dem höheren Informationsgehalt ist auch ein deutlicher Zuwachs an erforderlicher Rechenkapazität und Signalisierung festzustellen. Zahlreiche bandbreitenintensive Anwendungen wie IPTV, Mobile TV, Musik- und Videodownloads oder Peer-to-Peer Verkehr kommen hinzu. Man ist sehr schnell bei Faktoren von 100 und mehr angelangt, weitere Ausreißer nach oben sind möglich. Die Netze konnten bisher diesem Bedarf recht gut folgen: Festnetze – wenn vorhanden – unter Ausnutzung der Übertragungseigenschaften von Glasfasern, Koaxialkabeln und sogar der guten alten Kupferdoppelader, Mobilfunknetze durch permanente Evolution zu den aktuell 3. und 4. Generationen. Geschickte Quellcodierungsverfahren helfen uns, die Datenexplosion in Grenzen zu halten. Wo liegt also das Problem? Können wir nicht auf dem Weg der Evolution stetig voranschreiten und den Netzausbau dem wachsenden Bedarf anpassen?

Mitnichten! Unvorhersehbare Ereignisse entstehen immer durch das Zusammentreffen mehrerer Umstände gleichzeitig, das ­wissen wir. Genau das geschieht gerade in der Telekommunika­tionswelt. Der erste dieser Effekte ist hausgemacht und schon eine ganze Weile bekannt: Flatrates. Zunächst als differenziertes Angebot in einem harten Wettbewerbsumfeld gedacht, wird die Strategie schnell zum generellen Bumerang: Sie kann eigentlich nur dort greifen, wo zusätzliche Bandbreite nichts kostet. Viel schlimmer noch: Sie ändert das Nutzerverhalten. Dies wird besonders kontraproduktiv für Situationen, in denen die Ressourcen ohnehin knapp sind, also im Mobilfunk. Bandbreitebedarf und geändertes Nutzerverhalten erzeugen damit ein Problem zweiter Ordnung. Die nächste Wachstumsdimension entsteht durch die neue Generation von Endgeräten. iPhone und iPad als Vorreiter sind in aller Munde, weitere werden folgen. Wir werden einen regelrechten Boom von Geräten erleben, nachdem die Akzeptanzbarrieren endlich gefallen sind. Es sei hier nur nebenbei bemerkt, dass aktuelle Überlastungsprobleme in manchen Netzen auch daher rühren, dass die Apple-Entwickler recht „geschwätzige“ Geräte entwickelt haben, die sowohl Netzwerk als auch Diensteplattform gut beschäftigen können. Der Trend wird anhalten, Innovationsschübe kommen eben nicht mehr aus dem Bereich der klassischen, eher konservativen Telekommunikation.

Weiter
Artikel bewerten
(7 Bewertungen)

Seite 1 Seite 2 Seite 3 Seite 4 Seite 5 Seite 6 Seite 7 Seite 8 Seite 9 Seite 10 Seite 11

marginal box area


footer area navigation