DMR Magazin - Logo and Navigation

content area

FORTSETZUNG: Betreiber zwischen Scylla und Charybdis
Schrift: - +

Der „whow“ – Effekt, der mit der Benutzung dieser oder ähnlicher Endgeräte einhergeht, führt uns schließlich zur ­4. ­Dimension: der Nutzeraktivität, die nicht zu verwechseln ist mit dem ­Nutzerverhalten. Zahlreiche Statistiken belegen, dass ­iPhone und Co. eine um 20-30fach höhere Nutzeraktivität ­erzeugen als Geräte, die weniger „smart“ sind. Dieser Effekt wird gestärkt durch den stetigen Ausbau der mobilen Breitbandnetze und die damit verbundenen Versprechungen. Das Ende des stationären Computers ist abzusehen. Der Verkehr wird sich daher hauptsächlich auf die (festen) Access- und Mobilfunknetze verlagern und tageszeitliche Schwankungen, die mit unterschiedlicher Präsenz und Aktivität zu tun hatten, werden mehr und mehr verschwinden. Im Aggregations- und Kernnetz sind weniger gravierende Probleme zu erwarten: Zum einen sind dort bereits enorme Kapazitäten vorhanden oder können leicht nachgerüstet werden – Beispiel DWDM Upgrades von Glasfasernetzen –, zum anderen kann man sich statistische Eigenschaften des (paketbasierten) Verkehrs zunutze machen – Beispiel Multiplexgewinn.

Damit nicht genug: Weitere Bedrohungsszenarien sind in ­Kürze zu erwarten. Remote Computing, auch Cloud Computing genannt, ist in aller Munde. Die Idee ist genial: Rechenleistung wird nicht mehr nach technischen, sondern ökonomischen Gesichtspunkten allokiert. Dies kann offensichtlich enorme ­Kosten sparen. Einen Haken hat die Sache jedoch: Die Idee setzt ein ideales oder zumindest sehr leistungsfähiges Netz voraus. Im Vergleich zu dem bisherigen Spitzenreiter bei den Datenraten (3D-HD Entertainment) kommt ein Bedarf von etwa dem fünf bis zehnfachen hinzu. Kein Problem für Sigbritt Löthberg, wohl aber ein Killer für die meisten Zugangs- und Mobilfunknetze. Bei aller Euphorie ist daher eine sorgfältige Prüfung der Voraussetzungen angebracht. Die Mehrkosten für einen adäquaten Netzausbau können schnell die Vorteile auffressen.

In Summe und bei heutigem Kenntnisstand: Reden wir in ­naher Zukunft demnach gar von einem Problem 5ter Ordnung? Gott sei Dank nicht, denn da käme selbst die gute Sigbritt ins Schleudern. Die genannten Effekte addieren sich glücklicherweise nicht linear, sondern sind teilweise korreliert oder passieren nicht gleichzeitig, so dass man von einer gewichteten Addition sprechen kann. Ordnet man aktuelle Prognosen – ohne den ­Effekt des Cloud Computing – in ein Wachstumsbild, so ergeben sich doch Effekte, die zwischen einem Wachstum 2ter und 3ter Ordnung liegen können, je nachdem wie aggressiv oder konservativ man analysiert (siehe Abbildung).

Weiter
Artikel bewerten
(7 Bewertungen)

Seite 1 Seite 2 Seite 3 Seite 4 Seite 5 Seite 6 Seite 7 Seite 8 Seite 9 Seite 10 Seite 11

marginal box area


footer area navigation