In Abhängigkeit von der Verkehrsklasse ist es wichtig, entweder möglichst kein Paket zu verlieren, die Pakete möglichst schnell beziehungsweise mit geringer Varianz der Paketlaufzeit oder mit möglichst hohem Durchsatz zu übertragen. Die Intelligenz und Steuerungslogik steckt dabei in den Knoten, die die Pakete auf ihrem Weg durch das Internet durchlaufen, den Routern. Diese erkennen Verkehre unterschiedlicher Klassen und haben unterschiedliche Möglichkeiten, auf die oben genannten Qualitätsparameter für die verschiedenen Verkehrsklassen Einfluss zu nehmen. Beispielsweise können Router in Überlastsituationen gewisse Pakete eher verwerfen als andere und so die Verlustrate für gewisse Verkehrsklassen reduzieren.
Es gibt auch Verkehrsarten im Internet, die generell niedrigere Anforderungen an die Dienstgüte stellen, aber gleichzeitig einen hohen Anteil des gesamten im Internet übertragenen Verkehrs darstellen – und auch in Zukunft darstellen werden. Zum Beispiel Web-Browsing, File-Sharing beziehungsweise Peer-to-Peer Verkehr und auch bestimmte Arten von Video Übertragungen, bei denen das Video im Prinzip „nur“ heruntergeladen und zeitverzögert beim Nutzer dargestellt wird, was beispielsweise bei YouTube der Fall ist. Diese Verkehre werden generell als sogenannter Best Effort-Verkehr übertragen. Hier bietet sich nun die erste Chance für Netzbetreiber, die die Differenzierung von Verkehrsklassen eröffnet: Wenn Verkehrsklassen unterschieden werden können, müssen die Netze nicht mehr anhand der maximalen Anforderungen eines bestimmten Dienstes dimensioniert und ausgebaut werden (one size fits all), sondern nur so, dass die Anforderungen jeder Verkehrsklasse erfüllt werden. Bei dieser Überlegung ist nicht nur der „Normalzustand“ des Netzes interessant, also wenn alle Leitungen im Betrieb sind, sondern auch der Fehlerfall: Die Dimensionierung von IP-Netzen berücksichtigt generell auch Ausfallereignisse, zum Beispiel Kabelfehler, Hard- und Software-Fehler von Routern, und mit der Unterscheidung von Verkehrsklassen besteht die Möglichkeit das Netz so zu dimensionieren, dass bei Fehlerfällen, die ja nur selten und auch nicht für lange Zeit auftreten, nur Verkehrsarten mit hohen Anforderungen an die Dienstgüte ohne Qualitätsverlust übertragen werden und Best Effort-Verkehre geringe Qualitätsverluste erfahren.
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