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FORTSETZUNG: Betreiber zwischen Scylla und Charybdis
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Abgesehen davon, dass die Diskussion um die Netzneutralität in verschiedenen Regionen der Welt unterschiedlich geführt wird und auch durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann, ist dies kein genereller Widerspruch zu einer Differenzierung von Verkehr: Genauso, wie der eine Bananenhändler sich einen größeren oder schnelleren LKW für seine Bananen kaufen kann, kann der Kunde eines Netzbetreibers – sei er eher Anbieter oder Abnehmer von Inhalten – für einen Transport mit erhöhter Dienstgüte von und/oder zu ihm bezahlen. Eine unterschiedliche Transportqualität ist im Internet ohnehin schon durch andere Mechanismen etabliert, die ohne die Definition von QoS-Klassen auskommen, zum Beispiel der Erwerb ­größerer oder redundanter Zugangsbandbreiten; die Anmietung von (teureren) Kapazitäten mit günstigeren Paketlaufzeiten; der Anschluss von Server-Infrastrukturen in geographischer Nähe zu bestimmten Zielgruppen oder die Anmietung von Kapazität in sogenannten Content Delivery Networks (CDN), die einen weltweit optimierten Transport durch eine verteilte Server-Infrastruktur, unabhängig von einem bestimmten Netzbetreiber, realisieren.

Doch zurück zum Netzzugang, der ja insbesondere beim stark wachsenden mobilen Internet den Engpass darstellt. Auch hier bieten sich für Netzbetreiber Chancen durch eine Differenzierung von Verkehrsklassen, insbesondere dann, wenn der Betreiber dem Nutzer in einfacher Weise die Kontrolle über die Verkehrsdifferenzierung auf der Funkschnittstelle ermöglicht. In dem Maße, in dem auch Endgeräte aus Heimnetzen (Laptops, Netbooks, iPads,…) in Mobilfunknetzen das mobile Internet nutzen, wird es der Nutzer als Vorteil ansehen, wenn trotz teilweise eingeschränkter Verbindungsqualität sein VoIP-Gespräch mit guter Qualität übertragen wird, während ein größerer Datei-Download im Hintergrund langsamer läuft. Insofern bietet die Verkehrsdifferenzierung auch das Potenzial, den mittelfristig sicher erforderlichen, wesentlich dichteren Ausbau der Funknetze sanfter zu gestalten und auch so zur Kosten­senkung beizutragen.

Nachdem Netzbetreiber weltweit verschiedene Dienst-Plattformen auf eine IP-basierte NGN-Plattform migriert  ­haben – oder sich im Prozess befinden, dies zu tun –, hätte man ­vermuten können, dass eine erneute Differenzierung von Diensten ein Schritt zurück wäre. Wie man aber sieht, bietet eine QoS-Differenzierung in einem All-IP-Netz für Betreiber viel Poten­zial. Damit ist sie doch ein Schritt in die Zukunft.

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