Copy and Paste?!
Schneller Wissenstransfer als kritische Größe für den Geschäftserfolg
Die Fragen an das Wissensmanagement sind seit Dekaden dieselben: Wo ist das Wissen lokalisiert und abrufbar? Wo wird es benötigt? Wie kommt es ohne Verluste und in der richtigen Form möglichst schnell genau dorthin, wo wir es brauchen? Die Antworten ändern sich mit der Zeit und vor allem mit den Rahmenbedingungen. Heute steht der Mensch als Wissensträger, das „Humankapital“, im Mittelpunkt. Doch genau dessen Erfahrungswissen ist nicht immer schnell und einfach zu transferieren.
Die Beschleunigung ist die Änderung der Geschwindigkeit nach Betrag beziehungsweise Richtung. Ein Wissenstransfer ist das Kopieren von Informationen von einem Ort an einen anderen. Im Gegensatz zum Transfer von Dingen oder Personen bleiben Informationen am Ursprungsort normalerweise erhalten. Der „Ort“ oder Träger einer Information kann hier zum Beispiel eine Person sein, ein Speichermedium oder auch eine Organisation (siehe hierzu Kasten am Ende). Die Geschwindigkeit des Wissenstransfers ist also festgelegt durch die Zeit, innerhalb der die Information von einem Ort oder Träger zum anderen gelangt. Eine Beschleunigung des Wissenstransfers bedeutet, dass sich diese Geschwindigkeit vom Betrag her ändert, das heißt schneller oder langsamer wird, oder dass sie ihre Richtung wechselt, also der Zielort des Wissenstranfers ein anderer ist.
Entscheidend für die Transfergeschwindigkeit ist die Art des Wissens
Bei diesen Betrachtungen zum Wissenstransfer wird differenziert nach der Art des Wissens und den dazugehörigen inhärenten Zeitskalen. Da ist auf der einen Seite das „Faktenwissen“, zum Beispiel über Produkte. Diese Art des Wissens lässt sich schnell – innerhalb von Stunden bis Tagen – erzeugen sowie gut kodifizieren und speichern. Die Informationen über das Produkt werden von Personen gesammelt und aufbereitet. Das erzeugte Wissen wird auf Speichermedien abgelegt und einem größeren Kreis zur Verfügung gestellt. Beispiele hierfür sind die Wissensweitergabe in Call Centern oder das „learning on demand“ am Arbeitsplatz. Die Geschwindigkeit des Wissenstransfers ist in diesen Fällen hoch.
Auf der anderen Seite steht das „Erfahrungswissen“. Es benötigt viele Jahre, manchmal Jahrzehnte zum Aufbau und lässt sich, wenn überhaupt, nur zum Teil kodifizieren. Quelle und Ziel sind in diesem Fall üblicherweise Personen. Ein Wissenstransfer erfordert neben der Abgabe auch die Aufnahme des Wissens. Erfahrungswissen lässt sich nur zum geringen Teil „schnell“ weitergeben, weil eben die gemachte Erfahrung ganz wesentlicher Bestandteil dieser Art des Wissens ist. Und Erfahrungen machen benötigt eine gewisse Zeit. Zusätzlich ist die Komplexität des Erfahrungswissens sehr viel höher. Die relevanten Informationen sind viel stärker untereinander vernetzt. Beispiele sind die Verwertung des Wissens von langjährigen Mitarbeitern oder die demografische Herausforderung: Wie kommt das Wissen des weiter wachsenden Anteils der Älteren zu dem jüngeren Teil der Bevölkerung – oder des Unternehmens. Die damit verbundene Geschwindigkeit des Wissenstransfers ist eher gering.
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