DMR Magazin - Logo and Navigation

content area

Das Ende von Babylon
Schrift: - +
Bewertung abgeben:
(0 Bewertungen)

Das Ende von Babylon

Unified Communications entwirrt den kommunikativen Unternehmensalltag

Christoph Eikmeier, Dr. Volker Rieger, Erwin Weber

Die Kommunikation zwischen Mitarbeitern im Unternehmen und mit externen Partnern wird immer komplexer. Neben Telefon, Chat, SMS und E-Mail gibt es heute eine Vielzahl weiterer elektronischer Kommunikationskanäle. „Unified Communications“ (UC) versucht, dieser Komplexität durch Integration von Anwendungen und einheitlichen Benutzeroberflächen Herr zu werden. Aber für welches Unternehmen lohnt sich UC? Und welchen Einfluss hat UC auf die Wertschöpfungsketten der Anbieter?

Herr Meier hat es eilig. Die Quartalszahlen sollen morgen ­veröffentlicht werden, und es fehlen noch wichtige Zahlen von den Buchhaltern der ausländischen Tochtergesellschaft. Mit einem Blick ins Firmenverzeichnis stellt Herr Meier fest, dass der zuständige Ansprechpartner gerade im Meeting sitzt. ­Dessen Stellvertreter aber befindet sich an seinem Arbeitsplatz. Mit einem Mausklick öffnet Herr Meier ein Chatfenster und bittet um die Zahlen. Sekunden später öffnet sich auf ihren ­beiden Bildschirmen eine Excel-Datei. Der Buchhalter markiert per virtuellem Textmarker in Echtzeit die relevanten Zahlen. Herr Meier hat noch einige Detailfragen. Er schaltet nahtlos per Mausklick zur Videokonferenz um und klärt alle offenen Punkte.

Wenige Minuten später sind die Zahlen vollständig. Herr ­Meiers Vorgesetzter sitzt laut dessen Statusmeldung am Flughafen fest. Herr Meier will ihm gerade die Daten auf dessen PDA ­schicken, da erscheint ein eingehender Anruf auf dem Bildschirm. Ein Vertriebspartner aus dem Ausland ist verärgert, weil er die Bestätigung der letzten Lieferung nicht erhalten hat. Herr Meier sieht sofort an den Vorgangsdaten, dass es sich um einen wichtigen Geschäftspartner handelt. Er klärt ruhig das Missverständnis auf und lädt die Lieferungsbestätigung in den Netzordner hoch, auf den der Partner ebenfalls Zugriff hat. Er verabschiedet sich und legt zufrieden auf.

Alter Hut oder der letzte Schrei?

Dieses fiktive Beispiel ist keine Zukunftsmusik. Eine solche Vernetzung und Integration verschiedener Kommunikationsmittel ist schon heute möglich. Das entsprechende Konzept heißt „Unified Communications“ (UC). Dahinter steckt eine Kombination aus Kommunikations- und IT-Lösungen, die weit mehr ist als ein simpler Chatclient. UC umfasst die Integration bestehender Kommunikationskanäle wie Telefonie, Fax, Instant Messaging und Videokonferenz in eine einheitliche Benutzer­oberfläche. Kommt Ihnen das bekannt vor? Tatsächlich geistern bereits seit einigen Jahren scheinbar ähnliche Konzepte unter dem Namen „Unified Messaging“ herum. Wirklich durchgesetzt haben sie sich nie. Was kann UC also Neues?

Weiter

Seite 1 Seite 2 Seite 3 Seite 4 Seite 5 Seite 6 Seite 7 Seite 8 Seite 9

marginal box area


footer area navigation