Die größten Nutzenvorteile durch die Einführung von UC ergeben sich demzufolge für Unternehmen mit vielen kommunikationsintensiven Büroarbeitsplätzen, einem hohen Anteil an Außendienstmitarbeitern und multinationalen Projektteams. Diese Vorteile lassen sich am ehesten von Unternehmen nutzen, die stark expandieren und ohnehin über eine Erneuerung ihrer IT- und/oder TK-Infrastruktur nachdenken.
Aus Sicht dieser Unternehmen bietet UC die Chance, Kommunikationshemmnisse zu überwinden und sich dadurch sogar vom Wettbewerb zu differenzieren. Fast 80 Prozent der be-fragten Unternehmen versprechen sich von der Einführung von UC eine bessere Erreichbarkeit. Der erwartete Preis für diese Nutzenvorteile liegt einerseits in hohen prognostizierten Kosten bei der Integration von UC (61 Prozent der Befragten) und andererseits in den sicherheitstechnischen Herausforderungen (72 Prozent der Befragten). Jüngste Studien zeigen, dass viele der befragten mittelständischen und großen Unternehmen in Nordamerika und Europa am Einsatz einer UC-Lösung interessiert sind (60 Prozent) oder sie bereits nutzen (11 Prozent)3. Dabei sind die Funktionen für Audio-, Web- und Videokonferenzen (62 Prozent) sowie die Integration von Sprach-, Email- und Instant Messaging-Anwendungen (58 Prozent) die wichtigsten Features.Ein zartes Pflänzchen mit großem Wachstum
Aus Sicht der Anbieter von UC-Lösungen ergeben sich durch UC primär neue Wachstumschancen in einem ICT-Markt, der in den letzten Jahren jeweils nur mit kleinen einstelligen Wachstumsraten aufwarten konnte. Wachstumschancen, die sich einerseits aus dem „Austausch“ von Infrastrukturen ergeben und andererseits aus der Chance, in benachbarten Wertschöpfungsfeldern zu „wildern“.
Aktuell wird der Markt für UC in Deutschland mit 655 Millionen Euro angegeben. Aber bereits im Jahr 2012 wird das Marktvolumen bei einer prognostizierten Wachstumsrate von jährlich 37 Prozent auf 2.325 Millionen Euro anwachsen4. Das höchste Wachstum in den Teilsegmenten des UC-Marktes prognostizieren die Analysten für Dienstleistungen, sie wachsen deutlich schneller als die Volumina für UC-Lösungen und -Produkte.
Angesichts dieser Prognosen verwundert es nicht, dass viele Anbieter UC als Unternehmenschance erkannt haben. Prinzipiell kann man die Anbieter von UC-Lösungen in zwei Kategorien unterteilen. Zum einen Anbieter mit Kernkompetenzen im Bereich Telekommunikationsinfrastrukturen, zum Beispiel Cisco und Avaya, und zum anderen Anbieter mit Kernkompetenzen im Bereich der Desktopanwendungen wie Microsoft oder IBM. Da kaum eines der Unternehmen über alle erforderlichen Kompetenzen verfügt, sind viele der beteiligten Unternehmen Kooperationen eingegangen, um sich fehlende Kompetenzen zu erschließen – auf die Gefahr hin, sich weniger vom Wettbewerb oder dem Kooperationspartner differenzieren zu können.
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