Für potenzielle Anwender stellt sich dadurch die Frage, wem sie ihre unternehmensweite Kommunikationslösung anvertrauen sollen. Eine sicherlich nicht leichte Entscheidung, vor allem dann, wenn – wie heute noch vielfach verbreitet – die Verantwortung auf Seiten der Entscheider in unterschiedlichen Ressorts liegt (Leiter TK und Leiter IT).
UC verändert die Wertschöpfungskette
Die Verschmelzung bisher getrennter Marktsegmente in den neuen, vergrößerten Markt für Unified Communications spiegelt sich auch in entsprechenden Veränderungen der Wert-schöpfungskette wider. Bisher existieren in den Teilmärkten parallele, weitgehend getrennte Wertschöpfungsketten. Im Bereich der Kommunikationsanwendungen wie Sprachtelefonie oder Datenkommunikation stehen überwiegend Dienstleister, die große öffentliche Plattformen betreiben, mit ihren Angeboten im Wettbewerb. Büro-Anwendungen wie Office-Software, E-Mail-Lösungen oder ERP-Programme werden häufig als Produkte entwickelt, lizenziert und von den Anwendern selbst betrieben. Zusätzlich unterstützen in vielen Fällen Systemintegratoren die Unternehmen bei der Anpassung der existierenden Angebote auf ihre Geschäftsprozesse.
Für Lösungen im Bereich Unified Communications wird zukünftig stärker unterschieden zwischen Basis-Kommunikationsdienstleistungen („Connectivity“), Entwicklung und Vertrieb von für die Anwendung relevanten Hard- und Softwarekomponenten, und kundenspezifischen Dienstleistungen wie Systemintegration und Anwendungsbetrieb. Diese Leistungen ergänzen sich und formen die neue UC-Wertschöpfungskette, wie in Abbildung 2 dargestellt. Für jedes Glied der Kette gelten andere Erfolgsfaktoren und Wertversprechen.
Connectivity Provider: UC-Lösungen erfordern eine anwendungsunabhängige Kommunikationsplattform, die alle Kommunikationsnetze und -zugangsarten wie Mobilfunk, Festnetz, WLAN umfasst und integriert. Typischerweise wird diese Basis-Connectivity als unternehmensweites, IP-basiertes VPN (Virtual Private Network) bereitgestellt. Es beinhaltet Verbindungspunkte in öffentliche und Partnernetze. Da diese Basisinfrastruktur für die meisten Unternehmen kein Differenzierungspotenzial bietet, werden sie diese üblicherweise von großen Anbietern, die Skaleneffekte erzielen können, in Form von Managed Services einkaufen.
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