Anstatt sich zum Getriebenen der Fachbereiche machen zu lassen, kann der IT-Chef als Schrittmacher des Fortschritts mit dem Pfund der Technologiekompetenz wuchern, die seiner Organisation per se zuerkannt wird. Mit einem Verfahren, das eine gemeinsame Abbildung fachlicher und technologischer Innovation erlaubt, übernimmt der IT-Bereich die Moderation einer bereichsübergreifenden Zukunftsplanung.
Das Innovationsmanagement intensiviert die Kommunikation mit den internen Kunden der IT und erforscht frühzeitig deren Bedürfnisse. Mit diesen Erkenntnissen ist es dem IT-Bereich möglich, die Prioritäten für Innovationen den Geschäftsplanungen der Fachbereiche anzupassen und eine verkürzte Vorlaufzeit in der Umsetzung zu garantieren. Aus dem erzeugten Innovationsfahrplan leiten sich außerdem die geschäftlich motivierten Anforderungen ab, die in der anschließenden Evaluierungsphase des Technologielebenszyklus berücksichtigt sein wollen.
Technologie-Harmonisierung setzt den Hebel an den Betriebskosten anWährend das Innovationsmanagement die strategische Vorausplanung unterstützt, stehen in der Evaluierungsphase handfeste operative Ziele im Vordergrund. Ein Harmonisierungsverfahren kommt zur Anwendung, um die Wirtschaftlichkeit der IT-Landschaft nachhaltig zu erhöhen. Dazu überprüft der IT-Bereich die Anzahl und Art der aktuell eingesetzten Technologien. Mit Hilfe einer Kategorisierung werden Überschneidungen identifiziert und konsolidiert, die verbleibenden Technologien zusammen mit neu qualifizierten Technologien als Standard festgeschrieben. Der fortan bevorzugte Einsatz der Standardtechnologien bewirkt eine Harmonisierung der Technologielandschaft, die ihrerseits Kosteneinsparungen und eine Verbesserung der Dienstgüte ermöglicht.
Die Entwicklung eines harmonisierten Technologieportfolios erscheint zunächst überschaubar und einfach zu bewerkstelligen. In der Praxis ist ein hohes Maß an Kommunikation und Konzeption erforderlich, damit die Harmonisierung einen hohen Wirkungsgrad erhält. Einerseits müssen die Stakeholder das Ergebnis der Harmonisierung akzeptieren. Daher dürfen die Grenzen des Technologieportfolios nicht zugunsten einer starken Homogenität beliebig eng gesteckt sein. Im Gegenteil, ein für die Nutzer nicht akzeptabler Standard führt zwingend zu einer hohen Zahl von Eskalationen. Andererseits ist für den CIO das Abwägen externer Anforderungen eine Voraussetzung, um durch Begrenzung des Technologiespektrums die Kosteneffizienz nachhaltig erhöhen zu können. Diese entgegengesetzt gerichteten Kräfte werden nicht in Stillarbeit auf den Fluren der IT-Abteilung ins Gleichgewicht gebracht. Ein intensiver Dialog mit den Interessensgruppen und eine transparente Entscheidungsfindung sind die Erfolgsfaktoren eines wirksamen Harmonisierungsprozesses.
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