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Der gläserne Kunde
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Der gläserne Kunde

Ein Balanceakt zwischen Serviceoptimierung und Datenschutz

Dr. Wolfgang Knospe, Peter Krah, Daniel Henkel

Der erfolgreiche Betrieb eines Mobilfunknetzes basiert auf der genauen Kenntnis über die Bedürfnisse der Kunden. Insbesondere mobile Applikationen liefern heute Informationen über den Kunden in hoher Detailtiefe. Die systematische Analyse der Daten und Einbindung der Ergebnisse in alle Strategieentwicklungs- und Planungsprozesse gewährleistet gezielte Investionen sowie ein profitables Netz. Ethische und rechtliche Gesichtspunkte zum Schutz der Privatsphäre des Kunden geben den Rahmen vor.

Detaillierte Informationen über Art, Häufigkeit und Ort der Dienstenutzung sind für die strategische wie technische Ausrichtung eines Kommunikationsnetzes unabdingbar. Die Daten, die einem Mobilfunkbetreiber zur Verfügung stehen, sind sowohl netzbezogene Daten, die aus netzplanerischer Sicht erhoben werden, als auch personenbezogene Daten, die überwiegend aus abrechnungstechnischen Gründen erfasst werden müssen.

Ihr Anruf hinterlässt Spuren

Netzbezogene Daten werden von sogenannten Performance Management Systemen an einer zentralen Stelle aufgezeichnet und liegen für jede Funkzelle vor. Die Daten beziehen sich üblicherweise auf Netzelemente wie eine Zelle oder eine Basisstation und nicht auf einzelne Kunden. Sie beinhalten Informationen wie beispielsweise die übermittelten Sprachminuten und die Zahl der Verbindungsabbrüche in einer Funkzelle. Diese und weitere im Netz erfassten Informationen werden verwendet, um daraus einerseits Erkenntnisse über die Qualität des Netzes zu gewinnen. Andererseits erhält man Aussagen über die Aus­lastung jeder einzelnen Funkzelle, die dann für die Kapazitätsplanung des Netzes verwendet werden. Aufgrund betrieblicher Anforderungen liegen die Daten quasi in Echtzeit vor, so dass Fehler und Qualitätsengpässe schnell lokalisiert und gegebenenfalls zu beseitigen sind.

Die räumliche Auflösung dieser Daten wird durch die Größe einer Funkzelle bestimmt und liegt daher typischerweise in der Größenordung von wenigen 100 Metern für Makrozellen bis hin zu weniger als 100 Meter für Mikrozellen. Mit der Einführung der sogenannten „Femtozellen“, das heißt sehr kleiner, quasi personalisierter Zellen analog einer DSL-Anbindung über WiFi in der heimischen Wohnung, kann die räumliche Auf­lösung deutlich gesteigert werden, so dass der Netzbetreiber in der Lage ist, mit Hilfe von Performanz-Daten Informationen über das spezifische Verhalten einzelner Haushalte zu erhalten.

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