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FORTSETZUNG: Der gläserne Kunde
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Das „Online-Datenleck“ wird durch die noch nicht ausgereiften und leicht angreifbaren mobilen Betriebssysteme wie iPhone OS, Android oder Symbian nur noch vergrößert. Bisher wurden alle iPhones einschließlich des aktuellen Modells 3GS geknackt, ein beliebiger Code mit Zugriff auf alle Daten auf dem Handy kann als Administrator ausgeführt werden. Somit sind Addressdaten, Emails, SMS und andere private Dokumente durch unvermeidbare Softwarebugs kompromittiert. Eine Datensicherheit ist nicht garantiert.

Bei mobilen Geräten birgt auch die Art und Dauer des Datenzugriffs Probleme für den Anwender. Während stationäre oder semi-mobile Computer im Regelfall nur für kurze Zeit eingeschaltet werden, sind Handys ständig in Bereitschaft und neuerdings auch permanent mit dem Internet verbunden. Somit kann eine Anwendung zu beliebigen Zeiten mit anderen Servern kommunizieren, ohne dass der Nutzer dies explizit unterbinden kann. Denn trennt er die Mobilfunkverbindung, kann er auch keine Anrufe mehr entgegennehmen. Dies macht sich Apple bei den sogenannten „push notification“ zunutze: Das iPhone wird auch im Bereitschaftsmodus automatisch mit aktuellen Daten versorgt, die den Nutzer interessieren könnten. Sobald also ein Fußballergebnis vorliegt, wird die entsprechende Anwendung davon benachrichtigt und das Handy „biept“. Amazon nutzt diesen Umstand in ihrem Kindle eBook Reader, um den Buchbestand eines Lesers zu kontrollieren. Hier wurde ein Fall bekannt, in dem ohne Zutun des Nutzers verschiedene Titel – ironischerweise auch George Orwell’s 1984, vom Gerät gelöscht wurden.

Im umgekehrten Fall kann aber auch das Handy Daten ins Internet schicken. Nach einem Blackberry-Firmware-Update bei einem namhaften Mobilfunkbetreiber wurde nur durch Zufall festgestellt, dass dieser Codes zur Überwachung des Nutzers enthielt: Das Mikrofon konnte beliebig eingeschaltet, die Datenverbindung aktiviert und der Nutzer somit ständig abgehört werden. Werden GPS-Daten in Intervallen verschickt, kann die Position eines Nutzers somit verfolgt werden. Das Unternehmen Sense Networks sammelt und analysiert bereits die Positionsdaten von Handynutzern und stellt sie als Bewegungsprofile korreliert mit weiteren Daten über die Handy-Applikation ­Citysense zur Verfügung.

Positionsdaten und eine ständige Internetverbindung lassen sich auch im Rahmen von sogenannten Mobilen Sozialen Netzwerken verwenden. Die iPhone-Anwendung Hoozat, von Forschern der University of Colorado entwickelt, ermöglicht es Partybesuchern, sich Daten von zufällig auch anwesenden, unbekannten Personen aus Facebookprofilen zu holen, diese gegen die eigenen Interessen abzuwägen und dann gezielt auf die interessantesten Partygäste zuzugehen. Ob dies allerdings auf Gegenliebe stößt, sei dahingestellt.

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