Mittelfristig leisten Zugriffskontrolle, Geheimhaltung und Verschlüsselung zum Schutz von privaten Daten gute Dienste. Allerdings gibt es keinen vollkommenen Schutz, wodurch immer mehr private Daten öffentlich zugänglich werden (Offenlegung). Diese im Web frei verfügbaren, persönlichen Informationen können auch zu positiven Effekten führen, wie bereits oben argumentiert. Somit ist Geheimhaltung nicht immer wünschenswert.
Ein langfristig tragbares Konzept, mit diesem Widerspruch und der stetig wachsender Datenflut umzugehen, könnte in einer erhöhten Datennutzungstransparenz und der Verlagerung der Verantwortung für die Daten stecken. Dem Kunden wird eine erhöhte Transparenz über die Nutzung und Verbreitung seiner Daten gegeben. Somit kann er eingreifen, falls er einen Missbrauch feststellt. Dies wird in den USA bereits erfolgreich mit der Kennzahl zur Kreditwürdigkeit eines Bürgers (credit score) praktiziert: Man kann einsehen, wer auf dieses Datum zugegriffen hat und bei Bedarf den Zugriff auch einschränken.
Die Verantwortung für den gesetzmäßigen und ethischen Umgang mit vertraulichen Daten wird auf den Datennutzer übertragen, der sich auch an die technische Infrastruktur zur Überwachung korrekter Datennutzung anschließen muss. Jeder Zugriff wird aufgezeichnet und automatisiert ausgewertet. Missbrauch kann dann aufgedeckt, der Person mitgeteilt und, falls erforderlich und umsetzbar, strafrechtlich verfolgt werden. Hierzu bedarf es allerdings weitgehend intelligenter Systeme und auch rechtlicher Rahmenbedingungen, die sich derzeit noch in der Entwicklung befinden. Netzbetreiber können aber diesen Ansatz zum Datenschutz proaktiv monitoren und vorantreiben, so dass eines Tages die Telekommunikationsbranche ein Beispiel für andere Industriezweige darstellen kann.
Die Schaffung von Transparenz ist eine notwendige Voraussetzung, um die Chancen, die sich aus einer gemeinsame Analyse aller zur Verfügung stehenden Datenquellen eines Mobilfunkbetreibers ergeben, systematisch nutzen zu können. Mehr und mehr werden kundenbezogene Informationen erforderlich sein, um bestehende Dienste zu optimieren und neue Dienste zu generieren. Auf technischer Seite ist dafür eine enge Verzahnung aller Datenquellen mit Hilfe des Spatial Data Mining erforderlich. Hier ist der Betreiber gefragt, entsprechende Systeme zu implementieren und bestehende Datenanalyseprozesse anzupassen – mit einer wie bisher isolierten und zweckbezogenen Behandlung der bestehenden Datenquellen sind der Entwicklung innovativer Dienste klare Grenzen gesetzt. Den dabei notwendigen Schutz der Privatsphäre des Kunden kann ein Betreiber geschickt zur Differenzierung von Mitwettbewerbern nutzen. Über die Einhaltung internationaler, rechtlicher Rahmenbedingungen hinaus bietet er dem Kunden Kontrolle und Transparenz über die im Netz versandten persönlichen Daten und setzt sich aktiv für eine erhöhte Rechenschaftspflicht der tatsächlichen Datennutzer ein. Somit gelingt der Balanceakt zwischen Serviceoptimierung und verbessertem Datenschutz – die Kontrolle der eigenen Transparenz liegt aber letztlich nur bei einem: Dem gläsernen Kunden.
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