Da die räumliche Auflösung dieser Daten nicht für die Behebung aller Fehler im Netz ausreicht, werden zusätzlich sogenannte „Drive Tests“ durchgeführt: Ein Fahrzeug fährt eine bestimmte Strecke ab, während ein oder mehrere mobile Endgeräte permanent mit dem Netz verbunden sind und dienstespezifische Daten aufzeichnen. Mit Hilfe eines GPS-Signales erfolgt eine exakte Georeferenzierung aller ermittelten Informationen. Drive Tests werden insbesondere für die exakte räumliche Analyse der Ende-zu-Ende Performanz einzelner Dienste angewendet. Zusätzlich werden solche Daten auch von sogenannten Messsonden erhoben, die stationär an strategisch wichtigen Netzknoten aufgestellt sind und Signalisierungsdaten des Netzes permanent erfassen.
Personenbezogene Daten werden mit Hilfe verschiedener Methoden erfasst. Dabei ist auch hier die räumliche Auflösung der Daten durch die Zellstruktur des Mobilfunknetzes bestimmt.
Auf der Netzseite gibt es die Möglichkeit, einzelne Funkzellen und sogar einzelne Kunden dediziert zu „verfolgen“, um spezifische Probleme zu lokalisieren und zu beheben. Hierbei werden Parameter, die das mobile Endgerät mit dem Netz permanent austauscht, für eine Verbindung zellübergreifend oder für alle Verbindungen einer Zelle erfasst.
Für die Abrechnung der Sprach- und Datenverbindungen werden Informationen wie beispielsweise die Art des Dienstes, die Dauer der Verbindung, das Endgerät, die Kundennummer oder das Anrufziel in einem sogenannten „Call Detail Record“ durch das Abrechnungssystem erfasst. Diese Daten sind kundenbezogen und können räumlich einer Rechnungsanschrift zugeordnet werden, geben aber auch Auskunft über die Zelle, in der eine Verbindung aufgebaut wurde, sowie den Zeitpunkt des Verbindungsaufbaus.
Einzelne Dienste lassen sich, allerdings ohne räumliche Zuordnung, mit Hilfe der „Deep Packet Inspection“ (DPI) sehr detailliert analysieren. Bei der DPI wird in zentralen Netzelementen der Datenpaketkopf als auch der Inhalt jedes Datenpaketes auf bestimmte Merkmale hin wie Protokollverletzungen, Computerviren untersucht. Es kann aber auch erkannt werden, welche Inhalte – beispielsweise Videoclips, Musik, Bilder – mit Hilfe der Datenpakete transportiert werden.
Der direkte Zugang zum Kunden und der von ihm erfahrenen Dienstequalität ist durch Customer Relationship Management- Systeme gegeben. In diesen Systemen laufen alle Kundenanfragen hinsichtlich Netz-, Dienststörungen und Endgeräteproblemen auf, werden protokolliert und bearbeitet. Mit Hilfe dieser Systeme gewinnt der Netzbetreiber wertvolle Aussagen aus der Sicht des Kunden über Probleme bei der Bedienung von Endgeräten, Netzprobleme und die Dienstegüte.
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