Bereits einfache Untersuchungen zeigen, dass der in einer Funkzelle messbare Tagesverlauf des Sprachverkehrs in der Regel stark mit der räumlichen Lage der Funkzelle korreliert. Dies ist einfach zu begründen, denn die Nutzung von Sprachdiensten wird durch das menschliche Handeln bestimmt: Menschen befinden sich zu Hause, auf der Arbeit, sind unterwegs, beim Einkauf. Somit ergeben sich charakteristische Dienstenutzungsprofile, mit deren Hilfe sich das in einer Funkzelle dominierende menschliche Verhalten leicht identifizieren lässt. Zellen mit einem hohen Anteil von Straßenverkehr zeigen typischerweise während der Hauptverkehrszeiten auch Spitzen im Sprachverkehrsaufkommen. Zellen, in denen Menschen überwiegend wohnen, zeigen einen Anstieg des Sprachaufkommens typischerweise nach Ende der Bürozeiten. Mit Hilfe einfacher Algorithmen, die ausgewählte Cluster nach verschiedenen Kriterien miteinander vergleichen, lassen sich so sämtliche Zellen eines Mobilfunknetzes identifizieren, deren Nutzung durch eine der oben aufgezählten Teilnehmeraktivitäten dominiert wird.
Analoge Untersuchungen können den Detaillierungsgrad bis hin zu Nutzergruppen ausweiten. So lassen sich zum Beispiel auch die Zellen identifizieren, in denen bestimmte Nutzergruppen arbeiten und wohnen, da genau in diesen Zellen ein Nutzer sich regelmäßig aufhält und somit auch Mobildienste nutzt.
Korreliert man nun systematisch alle zur Verfügung stehenden Datenquellen, lässt sich schlussendlich ein recht genaues Bild vom Kundenverhalten zeichnen. Damit versteht der Netzbetreiber, welche Art von Diensten welche Kundengruppen an welchen Orten nutzen und kann so bedarfsgerecht seine Dienste zur Verfügung stellen.
Die Kenntnis der Abhängigkeiten der Kundencharakteristika von räumlichen Faktoren erlaubt dann zu verstehen, welche treibenden Kräfte hinter der Dienstnutzung stehen und wie sich diese durch Marketinginstrumente verstärken lassen. Auf diese Weise ist abzuschätzen, wo welche Kundensegmente welche Dienste bei welchen Aktivitäten nutzten – immer unter der Annahme, dass Dienste üblicherweise in bestimmten Situationen verwendet werden, die stark vom Aufenthaltsort abhängig sind.
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