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FORTSETZUNG: Der gläserne Kunde
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Die systematische Analyse des Kundenverhaltens mit Hilfe von Spatial Data Mining basiert auf detaillierten Nutzungsinformationen einzelner Kunden. Das ist von der technischen wie auch von der Marktseite her interessant.  Bei der Sammlung, Speicherung und Nutzung von personenbezogenen Nutzerdaten muss ein Netzbetreiber aber auch genau untersuchen, welche Auswirkungen dies auf den Datenschutz hat. Der Netzbetreiber sollte nicht nur die vorgeschriebenen Gesetze und Richtlinien einhalten, sondern auch die Kunden auf die möglichen Datenschutzprobleme neuer Technologien hinweisen und adäquate Mechanismen zum Schutz der Privatsphäre bereitstellen.

Wieviel wollen Sie von sich preisgeben?

In seinem richtungsweisenden Werk “Datenschutz und Freiheit” definiert Alan Westin Datenschutz als die Möglichkeit einer Person, selbst bestimmen zu können, wo und wie weit persönliche Daten verteilt werden und wer letztlich Zugriff darauf hat. Je weiter die Daten verteilt werden, desto größer ist natürlich die Transparenz der Person gegenüber Dritten. Dies kann man „persönliche Transparenz“ nennen.

Eine weitere Form der Transparenz entsteht im Zusammenhang mit der Nutzung der gesammelten Daten. Diese „Nutzungstransparenz“ ist größer, je detaillierter eine Person weiß, wer und wann welche seiner persönlichen Daten für welche Zwecke nutzt. Für beide Arten der Transparenz gibt es Vor- und Nachteile.

Headhunter nutzen verstärkt online Ressourcen, um potenzielle Fach- und Führungskräfte zu rekrutieren. Je präsenter und transparenter eine Person online vertreten ist, desto größer sind seine Aufstiegschancen. Online Communities bilden sich für sehr spezielle Themen, zum Beispiel seltene Krankheiten, bei denen man sich wertvolle Hilfe einholen kann. Je genauer man seine individuelle Position darstellt, desto gezielter fällt die Hilfe aus.

Leider gibt es online nicht nur hilfsbereite Personen, sondern auch Individuen und Organisationen mit kriminellen Absichten. So kann mittels ausreichender persönlicher Informationen eine fremde Identität angenommen werden, um an ­finanzielle Vorteile, an vertrauliche Informationen oder in eine hohe Machtstellung zu gelangen. Eine Bank kann anhand persönlicher und korrelierter Daten über Kredite entscheiden, da sie einen Kredit aufgrund der familiären Verhältnisse, der Hobbies oder des Wohnortes des Antragstellers ablehnen kann. Arbeitgeber verwenden mehr und mehr die persönlichen und privaten Informationen eines Bewerbers, um über eine Einstellung beziehungsweise Beförderung zu entscheiden. Schulkinder sind heute schon weitgehendem „Online-Mobbing“ ausgesetzt, was durch die Verfügbarkeit persönlicher Daten gefördert wird. Schließlich bleiben Informationen, die einmal online gestellt wurden, immer in der gleichen Form erhalten, auch wenn sich eine Person zwischenzeitlich vielfältig weiter entwickelt hat. Somit sind Information teilweise nicht mehr relevant oder geben ein verfälschtes Bild der Person wieder. Wenn dieses „Online Bild“ dann als Grundlage von Entscheidungen herangezogen wird, kann dies teilweise zu negativen Konsequenzen führen.

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