Der Himmel reißt auf
Wie Cloud Computing erwachsen wird
Lufthansa Magazin, Spiegel, Stern: Das Medienecho, das Cloud Computing derzeit genießt, gleicht dem eines Superstars. Dabei ist Entzauberung dringend nötig, denn der Mehrwert der Angebote reicht derzeit gerade für ein „One-Hit-Wonder“. Ein geteilter Markt und entbündelte Geschäftsmodelle jenseits von „schnell und billig“ stehen bevor, damit Cloud Computing auch in komplexen IT-Umgebungen eine breite Akzeptanz erfährt.
Die Kraft der Bildersprache ist bemerkenswert: Die universale Metapher der Wolke, frei von technokratischem Terminus, befleißigt Gesellschaftsmagazine dazu, ihre lifestyle-orientierte Leserschaft über ein zukunftsweisendes IT-Konzept aufzuklären. Und während Fachleute monatelang um allgemeingültige Definitionen ringen, nutzt die Anbieterseite den Hype zur Vermarktung nahezu jedes denkbaren Produkts: Cloud und soziale Netzwerke, Cloud und Markenmanagement, Cloud und Hyperlocal Content Aggregation – Sie haben ein IT-Problem? In der Cloud finden Sie die Lösung!
Was über Cloud Computing heute allgemeingültig gesagt werden kann, beschränkt sich auf zwei scharfe Aussagen. Erstens: Cloud Computing ist keine Technologie, sondern ein Geschäftsmodell zur Erbringung von IT-Diensten. Und da sich Cloud Computing-Dienste funktional nicht weiter abgrenzen lassen, schaffen nur die drei Segmente Infrastruktur, Plattformen und Software ein wenig Übersicht. Zweitens: Hinreichende Merkmale eines Cloud Computing-Dienstes sind die verbrauchsbezogene Abrechnung und die Erbringung auf gemeinsam genutzten Betriebsmitteln. Damit präsentiert sich Cloud Computing als Evolutionsstufe des „Application Service Providing“ und „Utility Computing“, jedoch dank fortgeschrittener Technologie mit besseren genetischen Voraussetzungen. Virtualisierung, hohe Netzwerkbandbreiten und funktionsgewaltige Webanwendungen sind die Steroide, die Cloud Computing die technischen Hürden mühelos überwinden lassen.
Ist Cloud Computing nur ein Kostenhebel?
Aus der vereinfacht dargestellten Natur der Cloud Computing-Dienste – „Pay-as-you-go“ und „Shared Resources“ – leitet sich eine stereotype Nutzenargumentation der Anbieter ab: Cloud Computing senkt die Kosten und beschleunigt die Bereitstellung. Zweifelsfrei spielen diese Eigenschaften den Zielen jedes IT-Leiters in die Hände. Die ausschließliche Fokussierung auf Kosten- und Geschwindigkeitsvorteile bildet jedoch auch die größte Schwäche. Je größer das Unternehmen und je komplexer die Anwendungslandschaft ist, desto weniger stellen die Vorzüge „schnell und billig“ die Gesamtheit der Prioritäten dar. Für eine Vielzahl an Herausforderungen der IT bleiben heutige Cloud Computing Angebote eine Antwort schuldig:
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