Das Heimumfeld – ein Beispiel gemeinschaftlicher Innovation
Um zu veranschaulichen, wie ein Betreiber sich vor dem Hintergrund der crowd-gesteuerten disruptiven Innovation wirklich differenzieren kann, richten wir unseren Blick auf das Szenario eines NG-Heimumfelds. Das heutige Heimumfeld hat sich zu einer geräteüberfüllten Landschaft entwickelt – angefangen bei Gateways, Set-Top-Boxen, Tablets, TV, Media Phones bis hin zu Smart Meters und sonstigen Utility-Devices. Hinzu kommt, dass die Geräte zunehmend an Intelligenz gewinnen und viele nicht nur Software-gestützt, sondern auch App-tauglich sind.
Im Gegensatz zum mobilen Umfeld mit einem einzigen Gerät wird der Nutzer im Heimumfeld mit mehreren Geräten, unterschiedlichen Schnittstellen, Standards und Protokollen konfrontiert. Auch wenn es nur um Apps geht, muss er aufgrund der fehlenden Interoperabilität zwischen den Geräten in diesem Segment mit vielen unterschiedlichen Accounts der diversen Player umgehen. Sowohl Entwickler als auch Dritte als Dienstanbieter betrachten dies als einen attraktiven Markt, der noch eine Reihe an attraktiven Diensten aufnehmen kann. Fakt ist jedoch, dass sie spezielle Angebote für jedes einzelne Gerät entwickeln müssen. In dieser Situation ist der Netzbetreiber in der führenden Position, um den Nutzer zu unterstützen und für die anderen Player in diesem Segment eine Win-Win-Situation zu entwickeln.
Der Betreiber könnte zunächst einen intelligenteren Standard entwickeln, und zwar vorzugsweise als Partner in einem breiteren Bündnis der beteiligten Industrien, das Nutzerbedürfnisse identifiziert und die damit einhergehende Entwicklung des Standards auf dem Markt vorantreibt. Eine größere Initiative analog der WAC verfügt über eine ähnliche globale Reichweite und Branchensynergien und ist damit ein idealer Partner für die Entwickler. Abhängig von dem Content-Lizenzierungsabkommen müssten die Service-Provider mit den Netzbetreibern in diesem Zusammenhang über separate Abschlüsse verhandeln. Der Betreiber könnte dann sein Vordringen in Triple Play in Richtung eines Managed-Service-Providers ausbauen. Die Interaktionsfähigkeit zwischen den Geräten führt jedoch nicht unbedingt zu einer erheblichen Umsatzsteigerung. Doch je häufiger der Endanwender die Cross-Connect-Services nutzt, desto größer wird auch das Potenzial für Cross- und Up-Selling. Die offene Plattform würde dem Endanwender eine einzige, überzeugende Schnittstelle zur Verfügung stellen, über die er auch auf die Dienste anderer Provider - Content- als auch Hardware-Provider - zugreifen kann. Abhängig von wirtschaftlichen Überlegungen könnte dieser Endanwenderdienst entweder als Marke Dritter oder als White-Label-Produkt angeboten werden. Der Netzbetreiber bliebe auf jeden Fall involviert.
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