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FORTSETZUNG: Die Graswurzel-Innovation
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Der Netzbetreiber könnte einen App-Store etablieren und zunächst reine Web Technology Apps anbieten, wie es in ähnlicher Weise auch die meisten anderen App-Stores tun. Dies würde ihm ein geräteübergreifendes Angebot ermöglichen und keine übermäßige Investition erfordern, um die Anwendungen an einzelne Geräte anzupassen. Mit einem eigenen App-Store hat der Betreiber eine bessere Kontrolle über die App-Entwicklung, da er den gesamten Prozess – angefangen bei den SDK-Releases über die Entwickler-Interaktion bis hin zur Content-Verfügbarkeit – kontrollieren kann. Ohne einen Dritten als Vermittler steigt für den Netzbetreiber die Chance auf eine höhere Umsatzbeteiligung. Er kann außerdem die Art des Contents kontrollieren, der seinen Kunden über sein Geräte-Portfolio angeboten wird. Die Nachteile ergeben sich aus den damit verbundenen Herausforderungen von Aufbau und Pflege einer kritischen Masse an Entwicklern sowie der höheren Anfangsinvestition und den Betriebskosten für das Betreiben des App-Stores. Der Nezbetreiber befindet sich dann in einer Situation, in der er direkt mit anderen etablierten App-Store Anbietern um die Gunst der Nutzer als auch der Entwickler konkurriert. Ein lokaler, regionaler Player würde ohne einen gesetzlichen oder regulierenden Schutzmechanismus sehr schnell aus dem Markt gedrängt werden.

Eine zunehmend attraktive Option für Nezbetreiber ist das Eingehen einer Partnerschaft mit einem oder mehreren bestehenden App-Stores. Dies ermöglicht es ihm, Kosten einzusparen und einen einfacheren Monetisierungspfad einzuschlagen, um von dem Entwickler-Netzwerk der anderen App-Stores zu profitieren. Das Ziel heißt hier „Wenn du sie schon nicht schlagen kannst, verbünde dich mit ihnen“, denn es bietet dem Netzbetreiber einen – wenn auch beschränkten – Umsatztreiber. Dies ist mit der Zielvorstellung verknüpft, mehr Netzleistung und Telco Services zu vermarkten, zum Beispiel durch Datentarife, und Komfort-Optionen wie Operator-Billing. Diese Option hat allerdings auch ihre Kehrseite. Bei dieser Vorgehensweise übernimmt der Netzbetreiber innerhalb des gesamten Innova­tionsprozesses nur die Zuschauerrolle und büßt zu einem ­gewissen Grad die Kundenkontrolle ein. Die daraus resultierenden kurzfristigen Erfolge können mit der Zeit schwinden, weil der Netzbetreiber aufgrund seiner eigenen ausgesourcten Fähigkeiten nicht in der Lage ist, sich gegenüber den Wettbewerbern zu differenzieren. Eine Möglichkeit, diesem Mangel an Differenzierung zu begegnen, ist, exklusive Abkommen mit führenden App-Stores abzuschließen, um so die Unverwechselbarkeit des Netzbetreiber-Angebots zu gewährleisten. Dies bleibt jedoch nur den größeren Betreibern vorbehalten, die über ausreichenden Marktanteil verfügen, um ein solches Abkommen abschließen zu können.

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