Mit der Integration von Drittanbieter-Diensten in sein bestehendes Angebot kann der Netzbetreiber sein Service-Portfolio erheblich verbessern und neue attraktive Angebote entwickeln. Ein Beispiel dafür wäre die Integration externer Content-Services, wie zum Beispiel von nutzergenerierten Inhalten (UGC) in bestehende IPTV-Angebote. Diese könnten dann entweder als White-Label-Produkt oder als Dienst unter der Marke des Drittanbieters weiterveräußert werden. Das Ziel, das damit verfolgt wird, ist die Verbesserung des Endangebots, um so die Kundenbindung zu stärken und die Abwanderungsquote zu reduzieren. Außerdem könnten Kernnetz und IT-Fähigkeiten, wie zum Beispiel Telco-Billing, Verkehrs-Priorisierung und Geolokalisierung, externen Parteien verfügbar gemacht werden. Diese Fähigkeiten bleiben bisher häufig ungenutzt und könnten über APIs Dritten zur Integration in deren eigene Anwendungen angeboten werden. Für den Netzbetreiber ergibt sich aus dem zweiseitigen Geschäftsmodell ein erheblicher Nutzen. Zum einen können bestimmte hochwertige Assets, zum Beispiel eine SMS API, für den Entwickler oder Dritte gegen eine Gebühr verfügbar gemacht werden. Gleichzeitig kann die Endanwendung einem zahlenden Kunden zur Verfügung gestellt werden. Geringwertige APIs könnten kostenlos angeboten werden und helfen dem Betreiber, neue Nutzer zu gewinnen.
Als Zweiter würde der Entwickler von dieser offenen Plattform profitieren. Die Verwendung eines einheitlichen Programmierstandards wie Flash oder Java sowie der Einsatz REST-konformer Schnittstellen würde die Verfügbarkeit einer großen Anzahl an qualifizierten Entwicklern, die diese Plattform verwenden können, sicherstellen. Über den Netzbetreiber hätte der Entwickler Zugriff auf eine große Anzahl an Endgeräten gemäß der Philosophie „einmal herstellen, überall verwenden“. Hierdurch würde sich eine enorme Ausweitung seines Marktvolumens ergeben. Die Netzbetreiber müssten ebenfalls Partnerschaften mit den Unternehmen eingehen, die hinter diesen Frameworks stehen, wie zum Beispiel Google für Android, Microsoft für .NET und Adobe für Flash. Dies würde eine Produktharmonisierung über viele Software-Zyklen und -Releases hinweg sicherstellen. Der Entwickler würde während des gesamten Prozesses mit zahlreichen von dem Betreiber zur Verfügung gestellten Mitteln unterstützt werden, einschließlich SDKs, Foren und Entwickler-Konferenzen, und darüber hinaus einen klaren Monetisierungspfad aufgezeigt bekommen.
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