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Die Krise als Chance
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Die Krise als Chance

Konsolidierung auf dem Markt der Telekommunikations-Netzwerkausrüster bietet neue Optionen für den Einkauf



In der am härtesten von der Wirtschaftskrise gebeutelten Finanzbranche intervenieren viele Staaten, um Schlimmeres zu vermeiden. Doch bei den Ausrüstern der Telekommunikationsbranche gelten die Gesetze des freien Marktes. Hier herrscht das Darwinistische Leitprinzip „Survival of the fittest“ vor. Einkäufer von Netzwerkbetreibern sollten sich daher fragen, wie sie ihr Risiko minimieren können.

Der weltweite wirtschaftliche Abschwung, der in einer bis dato kaum bekannten Geschwindigkeit und Intensität abläuft, stellt alle frei am Markt agierenden Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Auch wenn das Geschäft der Netzwerk­betreiber vergleichsweise krisenfest ist, werden momentan Investitionsvorhaben gestoppt, verschoben oder gekürzt. Entsprechend hart sind die Auswirkungen auf dem Beschaffungsmarkt. 

Nortel musste bereits zu Beginn der Finanzkrise Insolvenz nach Chapter 11 anmelden. Es ist gänzlich unklar, welche Anbieter als nächstes der Konsolidierung zum Opfer fallen werden. Die Einkäufer der Netzwerkbetreiber müssen sich daher fragen,  welche ihrer Lieferanten die Krise überstehen werden und auch kurz- und mittelfristig noch die benötigten Materialen und ­Services liefern können.    

Werden Ihre Lieferanten überleben?   

Die vergleichsweise geringe Krisenanfälligkeit der Netzwerk­betreiber beruht im Wesentlichen auf zwei Säulen: Zum einen haben sie eine hohe, eigene „Fertigungstiefe“. Zum anderen kommunizieren Menschen immer über das Telefon, aber insbesondere dann, wenn die Mittel für Reisen knapp sind. Dennoch ist auch für Netzwerkbetreiber die Auswahl der richtigen ­Lieferanten essentiell. Denn im Gegensatz zu Märkten, die noch nicht ausgereift sind, hat in einzelnen Segmenten des Telekommunikations-Ausrüstermarkts schon eine weitgehende Konsolidierung stattgefunden. Dort stehen wenige Anbieter nun wenigen Nachfragern gegenüber. Die wechselseitige Abhängigkeit ist enorm, nicht nur aufgrund wirtschaftlicher Faktoren, sondern auch aufgrund technischer Barrieren.   

Die Lieferanten sind nun jedoch durch den Investitionsstopp der Carrier einer sinkenden Nachfrage bei gleichzeitig wachsendem Preisdruck ausgesetzt. Bei überwiegender Fremdfinanzierung droht bei ihnen schnell eine wirtschaftliche Schief­lage: Zinsaufwendungen bei gleichzeitig negativen Ergebnissen zehren, manchmal sehr schnell und manchmal langsamer, das Eigen­kapital auf – auch bekannt als „Leverage-Effekt“ – und enden in der Insolvenz.  Reserven für notwendige Investitionen in Forschung und Entwicklung und somit für die Zukunfts­sicherung des Unternehmens stehen kaum noch zur Verfügung.

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