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FORTSETZUNG: Die Mischung macht's
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Mashups verlangen nach einer Versionskontrolle. Wer einmal Controllingzahlen aus verschiedenen Quellen verglichen hat, kennt das Problem. Welche Zahlen sind richtig? Wo kommen die Abweichungen her? Modifizierte Mashups können einen vergleichbaren Effekt bewirken. Eine konsequente Versionskontrolle und Dokumentation der Veränderung ist notwendig.

Dann gilt es, dasTesten der Funktionalität zu bewerkstellligen. Klassische Softwareentwicklung steckt einen großen Teil des Aufwands in Testprozeduren, die Spezialisten mit einer besonderen Kompetenz benötigen. Mashups müssen wie alle Software-Objekte getestet werden. Dazu ist zum einen der Nutzer zu schulen, zum anderen müssen die Designwerkzeuge Hilfsmittel wie Simulatoren bereitstellen. Hier zeigen sich die Grenzen der Nutzer-getriebenen Innovation.

Eng verwandt mit dem Problem des Testens stellt sich die Frage, wie mit Qualitätsmängel in Unternehmensdaten umgegangen wird. Während ein klassisches Entwicklungsprojekt mit einer aufwendigen Datenbereinigung kombiniert werden kann, müssen Mashups mit dem Stand arbeiten, den sie vorfinden. Eine Daten-Governance im Kontext des SOA-Ecosystems kann die Rahmenbedingungen verbessern.

Auch wenn leistungsfähige Design-Wekzeuge den Nutzer unterstützen, geht es nicht ohne Training und Erfahrung. In vergleichbaren Anwendungsumfeldern, in denen auf Nutzergenerierte Programmierung gesetzt wird z.B. bei der Business Intelligence, haben sich Kompetenzklassen bei den Nutzern etabliert: Zu erwarten sind normale Nutzer, die ein Mashup einsetzen, „Power User“ oder „Gurus“, die ein Mashup designen, und dedizierte Programmierer für komplexere Aufgaben.

Letzlich stellen Mashups die IT-Abteilung vor eine neue ­Herausforderung im Support. Sie werden im Design entlastet, verlieren damit auch Kontrolle, sollen aber die Nutzer unterstützen, wenn etwas nicht funktioniert. Der IT-Support muss sich darauf einstellen und weniger die Rolle eines „Bugfixers“, sondern die eines „Coaches“ in der Entwicklung übernehmen.

Business Mashups sind eine faszinierende Erweiterung der aktuellen Methoden zur Applikationsentwicklung in einem komplexen Unternehmensumfeld. Sie versprechen, Innovationspotenziale bei Mitarbeitern im Unternehmen freizusetzen. Sie eröffnen neue Möglichkeiten, um Daten und Funktionen im SOA-Ecosystem eines Unternehmens nutzbar zu machen, alles bei einer gleichzeitigen Entlastung der IT-Abteilung. Noch steht die Entwicklung aber am Anfang und muss ihre Tauglichkeit im Unternehmen beweisen. Herausforderungen wie IT-Sicherheit, Mashup-Wildwuchs und Qualitätssicherung sind zu meistern. Werden die Versprechen wahr gemacht, dann hat ein Unternehmen, das eine der am Markt konkurrierenden Plattformen einführt, einen klaren Wettbewerbsvorteil.


Erschienen in DMR 02/2009

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