Man kann all das nun blasiert finden, realitätsfern oder persönlich irrelevant. Tatsache ist aber, dass diese Haltung des konsequenten mobilen Lifestyle aufs Schönste mit einer Konsequenz der neuen technischen Entwicklungen zusammenfällt: Wer nicht mehr an den Schreibtisch gekettet ist, für den rückt diese globale Perspektive des Lebensentwurfes plötzlich in greifbare Nähe. Vergessen Sie bitte für einen Moment die Schlangen beim Einchecken, die Verspätungen und das Gedränge in der Kabine. Ignorieren Sie für kurze Zeit die Sachzwänge, die es garantiert vollkommen unmöglich machen, so etwas Verrücktes jemals wirklich zu tun. Birgt die Verheißung von etwas mehr internationalem Jet Set und mobilem Lifestyle nicht doch erhebliche Verführungskraft, verglichen mit der Monotonie Ihres Büroalltages? Ein bisschen zu träumen schadet nie. Und wirkt enorm motivierend. Denn wer sich nicht vornimmt, demnächst ein paar Tage pro Monat unter Palmen zu arbeiten, der schafft es garantiert nicht.
Die Marktforscher der amerikanischen Future Foundation haben 2006 im Auftrag des japanischen Büroausstatters Brother untersucht, wie sich die Arbeitswelt in den kommenden Jahren verändern wird, und dabei folgendes Szenario aufgestellt: „Ein signifikanter Trend ist, dass Arbeitnehmer sich aus Bussen, Hotels, Schlafzimmern und abgelegenen Hütten einloggen, verbinden und Daten downloaden können. Die Arbeiter von Morgen werden von überall aus arbeiten können und viele von uns werden das auch tun.“ Unsere Körper werden unser Büro sein, so die Forscher – wir tragen unseren Arbeitsplatz also immer mit uns herum. Wir werden zwar nach wie vor auch in Büros gehen oder zu Hause Arbeitsbereiche haben. Das Wachstum der Telearbeit werde aber die Grenzen zwischen Arbeit und Heim verwischen und interessante neue Lösungen erfordern, wie wir für beides in unserem Leben Platz schaffen. In den meisten Wohnungen wird man auch arbeiten können, aber es wird neuer Regeln und Strategien bedürfen, um den berufstätigen Familienmitgliedern auch tatsächlich die Ruhe und Abgeschiedenheit zu ermöglichen, die ein konzentriertes Erfüllen der joblichen Angelegenheiten verlangt.
Die Menschen werden ihre Arbeit beginnen und beenden können, wann es ihnen am besten passt, immer mehr private Aufgaben werden während des Arbeitstages erledigt. Manche werden dann wohl mehr arbeiten als heute, vor allem ehrgeizige Berufstätige, die immer erreichbar sein werden. Die Büros selbst werden sich verändern und zunehmend Orte kollaborativer und sozialer Interaktion werden, anstatt wie bisher für die Arbeitsaktivität selbst da zu sein.
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