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Dualparadigma
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Dualparadigma

Finanzdienstleister können Komplexität durch duale Organisationsgestaltung verringern



Durch die Industrialisierung ihrer Branche konnten Finanzdienstleister einen Teil ihrer Abläufe standardisieren. Die kreative Anpassung des Unternehmens an Markt und Wettbewerb erfordert demgegenüber immer auch Spontaneität und Schnelligkeit zur Differenzierung des Unternehmens durch projektorientierte Wertschöpfung. Die Kunst ist, das Zusammenspiel von Standard und Kreativität zu ermöglichen. Fünf ausgewählte Instrumente helfen Unternehmen dabei.

Finanzdienstleister standardisieren seit einigen Jahren ihre Produkte für einen Massenmarkt. Sie zerlegen ihre Wertschöpfungskette in einzelne Komponenten und nutzen verstärkt Arbeitsteilung und Spezialisierung in ihren „Produktionsprozessen“. So sind beispielsweise Kreditfabriken zur schnellen und kostenreduzierten Bearbeitung von Standardkrediten mit automatischer Kreditprüfung und festgelegten Vergaberichtlinien eingeführt worden.

Banken und Versicherungen holen ihre industrielle Revolution nach

Weiterhin reduzieren Banken und Versicherungen ihre Fertigungstiefe gezielt durch Outsourcing und haben hier gegenüber anderen Branchen deutlich aufgeholt.  Ausgelagert werden Funktionen wie zum Beispiel IT-Infrastruktur, IT-Anwendungsentwicklung oder Geschäftsprozesse wie Zahlungsverkehr oder Wertpapierabwicklung. Resultate sind eine wesentliche Verschlankung der Organisation und eine erhebliche Senkung der Kosten in der IT und im operativen Geschäft, insbesondere durch die Eliminierung einer großen Anzahl von Spezialfällen bei Produkten und in Bearbeitungsprozessen. Heute werden durch standardisierte Abläufe niedrigpreisige Produkte zu deutlich geringeren Kosten als noch vor wenigen Jahren hergestellt. In der Summe war dies notwendig und richtig: Kostensenkungen durch einen standardisierten Kreditvergabeprozess erreichten zum Beispiel 30 bis 50 Prozent (Detecon Spotlight „Fabrikkonzepte für Banken und Versicherungen“, S. 12).

Globalisierung und die Vielfalt der Vertriebskanäle haben die Welt komplexer gemacht

Die Welt ist trotz „Industrialisierung“ allerdings nicht einfacher geworden. Zwar existieren jetzt Standards, aber Globalisierung, steigende Compliance-Anforderungen, anspruchsvollere Kunden, neue Technologien und Vertriebswege haben die Komplexität des Systems „Bank“ beziehungsweise „Versicherung“ deutlich erhöht. Dabei ist die Anzahl der verschiedenen, von einer Bank angebotenen Produkte nur die Ausgangsbasis für ein komplexes System von Beziehungen zwischen Produkten, Vertriebswegen, Kundengruppen und Kommunikationskanälen: Über 20 verschiedene Vertriebswege für Banken und Versicherungen listet ein Detecon Spotlight auf (Detecon Spotlight “Zurück zum Kunden, S. 18). Bei einer englischen Bank ergaben sich aus der Kombination von nur drei Dimensionen der Kundenklassifikation (Vermögensherkunft, Verhaltensparameter, Lebensphaseneinteilung) beispielsweise 48 verschiedene Kundensegmente (Detecon Spotlight “Zurück zum Kunden, S. 24). Insgesamt ist durch diese Entwicklung die Komplexität der Organisation der Finanzdienstleister erheblich gestiegen.

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