Capability-based Planning
Albert Einstein postulierte bereits, dass ein Problem nie auf der Abstraktionsebene gelöst werden kann, auf der es entstanden ist. Auch wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass es wenig hilfreich ist, Lösungsdetails einer technischen Umsetzung auf Produktebene zu besprechen, solange sie nicht in ein mit Beteiligten aus Fach- und IT-Bereichen abgestimmtes, logisches Zielbild zur Umsetzung strategischer Ziele und Anforderungen sinnvoll einzuordnen sind.
Nachdem die Anforderungen verstanden sind, sind Geschäftsfähigkeiten ein geeignetes Mittel, die Komplexität bei der Entwicklung von passenden Prozessen und IT-Lösungen zunächst außer Acht zu lassen. Dies hilft, üblicherweise anspruchsvolle Aufgaben wie Geschäftsprozesse zu standardisieren oder im Rahmen eines Mergers geeignete Zielprozesse und Systeme für das neue Unternehmen zu definieren und in handhabbare Schritte zu zerlegen.
Doch wie wird eine solche Landkarte von Geschäftsfähigkeiten entwickelt?
Denken Sie kurz nach, welche Funktionen in Ihrem Unternehmen im Kern vorhanden sein müssen, damit Geschäftsauftrag und Geschäftsstrategie erfolgreich umgesetzt werden können. Schnell wird sich eine erste Liste mit Fähigkeiten wie Kundenbeziehungsmanagement, Finanzmanagement, Produktion und beispielsweise Human Resource Management entwickeln. In weiteren Gesprächen mit Kollegen wird diese Liste immer länger und detaillierter. Wozu gehört eigentlich die Fähigkeit, Verträge zu managen? Ist das Teil des Kundenbeziehungsmanagements oder brauchen wir doch eine eigenständige Fähigkeit Contract Management, da ja auch Lieferanten Verträge mit dem Unternehmen abschließen?
Es hat sich bewährt, eine Fähigkeiten-Landkarte des Unternehmens initial mit Enterprise Architekten zu entwickeln, diese dann aber zügig in Projekten als gemeinsames Sprach- und Strukturierungsmittel mit Fach- und IT-Seiten weiter zu entwickeln und zu detaillieren. Auf diese Weise entsteht ein akzeptiertes, der Realität entsprechendes und lebendiges Arbeitsmittel. Ordnet man jetzt Prozesse und einzelne Prozessschritte, IT-Systeme und Organisationseinheiten den Capabilities zu, werden sofort Redundanzen und Synergiepotenziale sichtbar.
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