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Fabrikkonzepte für Versicherungen
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Fabrikkonzepte für Versicherungen



Taylorismus alleine reicht nicht aus. Entscheidend ist der intelligente Mix aus Standardisierung und Individualität um Adaptionsfähigkeit in dynamischen Märkten zu ermöglichen. Detecon International unterstützt Versicherer mit Konzepten und Werkzeugen, die die Wertschöpfungstiefe reduzieren und die Kernkompetenzen stärken.

Herr Dr. Buisset, die deutschen Versicherungen arbeiten im internationalen Vergleich mit der höchsten Kostenquote. Wie können die Unternehmen für eine steigende Effizienz sorgen?

Buisset: Was die Automobilindustrie bereits hinter sich hat, steht Banken und Versicherungen noch bevor: Sie müssen ihre Prozesse weiter automatisieren, um dadurch Kosten zu senken. Vielfach lassen sich Prinzipien aus Fabrikkonzepten auf die eigenen Abläufe übertragen und vor allem häufig wiederkehrende Prozesse standardisieren, automatisieren und auslagern. Aus heutiger Sicht lassen sich in bestimmten Feldern 70 bis 80 Prozent der Geschäftsprozesse standardisieren und damit am Markt einkaufen oder anbieten.

Welche Schritte sind dazu erforderlich?

Buisset: Die Institute müssen zunächst ihre Kernkompetenzen identifizieren, die sie vom Wettbewerb unterscheiden und diese mit Ressourcen verstärken. Eindeutige Wettbewerbselemente und daher nicht durchgehend standardisierbarer Prozesse sind etwa das Underwriting, also die Tarifierung der einzelnen Versicherungsprodukte aufgrund der individuellen Risikoeinstufung, oder die Gestaltung neuer Geschäftsmodelle mit Risiko teilenden Partnern oder auf Basis neuer Technologien. Dagegen lassen sich viele Elemente weiterer Geschäftsprozesse wie Vertrieb / Marketing, Bestandsmanagement, Kundenservice, Schadens- und Kapitalanlagemanagement standardisieren und an spezialisierte Dienstleister auslagern. Im Ergebnis entsteht eine verringerte Leistungstiefe, mehr Flexibilität und Standardisierung im Mengengeschäft.

Demnach steht den Versicherern ein erheblicher Wandel von Prozessen bevor. Entstehen hierdurch nicht neue Schwierigkeiten?

Buisset: Es entstehen auf jeden Fall neue Herausforderungen. In einer Höchstleisterstudie hat Detecon die Merkmale von Unternehmen analysiert, die trotz angespannter Wirtschaftslage ein zweistelliges Wachstum und eine hohe Innovationsfähigkeit vorweisen. Ein zentral genutztes Element ist die duale Prozessgestaltung: Hierunter ist zu verstehen, dass in jedem Unternehmen einerseits streng tayloristische Prozesse existieren, die komplett regelbasierte Abläufe nutzen. Gleichzeitig gibt es Anteile, die Kreativität und individuelle Talente erfordern, und nicht regelbar sind. Entscheidend ist ein konsequentes Zusammenspiel zwischen beiden Komponenten.

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