Das Modell von Platform-as-a-Service richtet sich nicht an die Anwender, sondern an Entwickler von Webapplikationen. Im PaaS-Modell stellt ein Anbieter Programmierschnittstellen (Application Programming Interfaces, APIs) und Entwicklertools (Software Development Kits, SDKs) zur Verfügung. Jeder Entwickler kann diese nutzen, um eigene Webapplikationen basierend auf der Infrastruktur des Plattform-Anbieters zu programmieren, zu testen und zu betreiben. Der SaaS-Pionier Salesforce bietet mit seiner Website Force.com seit einiger Zeit eine solche Plattform an.
Cloud Computing im Unternehmen einsetzen
Wie viele ICT-bezogene Entscheidungen müssen Anwender das Thema Cloud Computing aus zwei Perspektiven betrachten: der geschäftlichen und der technisch-betrieblichen. Erstere umfasst alle auf den Markt hin orientierten Möglichkeiten, die sich aus der neuen Art, ICT zu nutzen, ergeben. Zweitere fokussiert auf internen Verbesserungen und speziell Kosteneinsparungen, die sich aus der geänderten Erbringung der ICT-Leistungen ergeben.
Dominante Treiber für die geschäftlichen Möglichkeiten, die sich aus der Nutzung von Cloud Computing ergeben, sind die relative Schnelligkeit und vor allem die Offenheit, mit der sich geschäftliche Anforderungen umsetzen lassen – beides im Vergleich zu internen ICT-Lösungen. Applikationen und Plattformen, die im Netz bereitstehen, können sehr leicht und sehr schnell genutzt und Partnern zugänglich gemacht werden. Sie eignen sich von daher ideal für Zusammenarbeitsformen über Unternehmensgrenzen hinweg. CRM-Lösungen von Salesforce.com werden beispielsweise häufig von Unternehmen mit Franchise- oder Partnervertrieb eingesetzt. Jeder Partner benötigt nicht mehr als einen Internet-Zugang, um die gemeinsame CRM-Applikation zu nutzen.
Durch die offenen Vernetzungsmöglichkeiten ist Cloud Computing ideal geeignet, um die Potenziale moderner Arbeits- und Organisationsformen auszunutzen. Beispielhaft genannt seien die Ausbildung von Wertschöpfungsnetzen bis hin zur Virtualisierung von Unternehmen, die Zusammenarbeit in Partnerschaften und über Firmengrenzen und Standorte hinweg, der Einsatz von temporären und mobilen Mitarbeitern und die Flexibilisierung der Arbeitswelten durch die Konvergenz von Privat- und Geschäftsleben. In diesen Anwendungsbereichen steht Cloud Computing häufig in inhaltlicher Überlappung mit Unified Communications* und Web 2.0-Applikationen. Kommunikation und Teamarbeit in vielfältigen Netzwerken nehmen sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext zu. Dabei möchten immer mehr Menschen die Dinge, die sie in ihrer privaten Produktivität unterstützen, auch im beruflichen Kontext nutzen. Auf diesen Trend setzt beispielsweise Google. Die Google Docs (dt.: „Text & Tabellen“) bringen bereits in ihrem Leistungsversprechen „Dokumente und Tabellen online erstellen und zeitgleich mit anderen bearbeiten – überall, jederzeit“ die Verbindung von Cloud Computing („Arbeit online“) und Web 2.0 („gemeinsam mit anderen“) zum Ausdruck.
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