* vgl. dazu den Artikel „Das Ende von Babylon“ in DMR 4/2008
Geschwindigkeitsvorteile bei der Nutzung von Cloud Computing ergeben sich vor allem dadurch, dass gebrauchsfertige Infrastrukturen und Applikationen quasi per Mausklick bereit-stehen. Dadurch können kurzfristige oder einmalige Projekte schnell und außerhalb der sonst üblichen – und sicher auch erforderlichen – unternehmensinternen IT-Prozesse durchgeführt werden. Dies ermöglicht Unternehmen, Innovationen explorativ in den Markt einzuführen, ohne dass große, CAPEX-intensive Investitionen mit noch nicht absehbarem Return notwendig sind. Die New York Times hat beispielweise nach der Entscheidung, ihr Archiv öffentlich zugänglich zu machen, elf Millionen Artikel aus der Zeit von 1851 bis 1980 mit Hilfe der Amazon-Dienste EC2 und S3 innerhalb von 24 Stunden in PDF-Dokumente konvertiert. Dabei wurden 5,5 Terabyte an Daten auf 100 virtuellen Computern bewegt. Der Aufbau einer eigenen Infrastruktur hätte das Projekt ungleich teurer und langsamer gemacht. In gleicher Weise lassen sich experimentelle Web-Sites für Kampagnen oder neue Internet-Angebote mit wenig Aufwand realisieren. Auch können Start-Ups und kleinere Unternehmen kostengünstig und schnell ihre Angebote entwickeln. Das online Foto- und Video-Archiv Phanfare hat über 100 Terabyte an Nutzerdaten bei Amazon S3 gelagert. Im Vergleich zum Aufbau und Betrieb einer eigenen Speicherlösung spart das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 50 Prozent der Kosten.
Kosteneinsparungen stehen häufig im Vordergrund, wenn Unternehmen über Cloud Computing aus einer rein internen, technisch-betrieblichen Sicht nachdenken. Betriebswirtschaftlich gesehen zeigt Cloud Computing viele Parallelen mit Outsourcing oder der Nutzung von Managed Services: Das Unternehmen muss keine Investitionen in eigene IT-Ressourcen vornehmen, sondern zahlt ausschließlich nach Nutzungsvolumen. Dabei orientieren sich die Kostenparameter in der Regel nach der Applikationsebene: Infrastrukturartige Dienste wie zum Beispiel Amazons EC2 und S3 werden nach technischen Parametern wie CPU-Zeit oder Datenvolumen bepreist, während Cloud-Anwendungen wie zum Beispiel Googles Apps oder Salesforce.com pro Applikation und Nutzer in Rechnung gestellt werden. Bisherige Praxiserfahrungen zeigen, dass sich Cloud Computing vor allem und eindeutig für kurzfristig orientierte Anwendungsfälle rechnet. Erfahrungswerte über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren hinaus fehlen noch. Dabei ist die langfristige Vergleichsbetrachtung schwierig, da vielfältige Aufwandspositionen in eine TCO-Sicht (Total Cost of Ownership) mit einberechnet werden müssen: angefangen mit der Hardware der Endanwender über die Kosten für Rechenzentren, Server, Stromverbrauch und IT-Personal bis hin zu Lizenz- und Nutzungsgebühren für die Software. IBM bietet einen „virtuellen Desktop“ als Ersatz für den klassischen PC-Arbeitsplatz an und behauptet, dass Unternehmen damit in der Gesamtrechnung um bis zu 800 US-Dollar pro Jahr gegenüber der Nutzung eines normalen PCs mit Windows Vista und der Microsoft Office Suite einsparen können.
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