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FORTSETZUNG: Geldquelle oder schwarzes Loch?
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Mit Hilfe des Kondratieff-Zyklus, der jeweils eine Zeitspanne von zirka 40 bis 60 Jahren beschreibt, sind solche Entwicklungen langfristig nachvollziehbar (siehe Abbildung 2).

 

Der erste von aktuell fünf Zyklen wurde 1780/90 mit der Erfindung der Dampfmaschine ausgelöst, welche gleichzeitig den Beginn der industriellen Revolution markiert. Der aktuelle fünfte Zyklus wurde knapp 190 Jahre später zwischen  1974 und 1982 durch radikale Innovationen in der ICT-Branche ausgelöst. Zu diesen Innovationen zählen unter anderem der Transistor und der integrierte Schaltkreis. Sie beschleunigten die Miniaturisierung von Computern und steigerten gleichzeitig deren Leistungsfähigkeit. In Folge dessen entstanden neue Wirtschaftszweige und die Arbeits-, Freizeit- und Konsumwelt veränderte sich gravierend. Als Beispiel sei hier nur auf das weltweit erste, kommerziell vertriebene Handy verwiesen, welches 1983 von Motorola vorgestellt wurde und dazu führte, dass Menschen erstmals mobil telefonisch erreichbar wurden.

Das Konzept des Kondratieff-Zyklus weist allerdings auch einige Probleme auf. So ist die Länge der einzelnen Zyklen weder konstant noch im Voraus exakt berechenbar und Aussagen über das Ende eines aktuellen Zyklus sind nur ex post möglich. Das bedeutet, dass ein direkter Zusammenhang zwischen gegenwärtiger Wirtschaftsentwicklung und dem Verlauf des Kondratieff-Zyklus nur schwer hergestellt werden kann. Damit sind Aussagen, die den Übergang in den sechsten Zyklus bereits im Platzen der New Economy Blase im Jahre 2000 sahen, nicht als definitiv zu betrachten.

Trotz dieser Schwierigkeiten lässt sich dennoch erkennen, dass die Entwicklung von radikalen Innovationen in der ICT-Branche nur noch vereinzelt erfolgt. Denn eine Differenzierung gegenüber den Wettbewerbern, nur über Produkte und Services, reicht nicht mehr aus. Vielmehr sind Innovationen im Bereich der Wertschöpfungsprozesse und der Geschäftsmodelle notwendig, um sich vom Wettbewerber zu differenzieren. Die Unternehmen müssen sich auf diese Gegebenheiten einstellen. Die Nutzung von Netzwerken zur Generierung von neuen Ideen oder der Aufbau eines starken Unternehmensimages wären beispielsweise eine Möglichkeit, um die mangelnde Differenzierung zu umgehen. Letzterer Ansatz hat darüber hinaus den Vorteil, dass potenzielle Defizite einer Innovation – im Vergleich zu Konkurrenzinnovationen – überlagert werden können. Apple hat mit dem iPhone gezeigt, dass dieses Vorgehen funktioniert, wenngleich hier keine Absicht unterstellt werden kann. So verfügt das iPhone zwar über eine intuitive Benutzersteuerung via Touchscreen und ein wegweisendes Design, welches zahlreiche Konkurrenten zur Imitation veranlasst. Allerdings weist das iPhone auch diverse Schwachstellen auf, wie zum Beispiel eine fehlende Speicherkartenerweiterung oder eine stellenweise problematische Einbindung in bestehende Windows-Umgebungen. Obwohl Konkurrenzprodukte nicht über diese Schwachstellen verfügen, entwickelte sich das iPhone zu einem erfolgreichen Produkt. Neben den genannten innovativen Produktmerkmalen ist vor allem das starke Image von Apple für den Erfolg verantwortlich gewesen, welches durch professionelle Promotion-Aktivitäten auf das iPhone übertragen wurde.

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