Generell möchten die Anbieter Anreize schaffen, um die Betreiber davon zu überzeugen, in neue, fortschrittliche Netzwerktechnik zu investieren. In der Vergangenheit war es zwar ebenfalls ein schlagendes Verkaufsargument, die bereits installierte Netzwerktechnik des Betreibers zu integrieren. Aber insbesondere beim Übergang zu einer neuen Technikgeneration wurde dann doch häufig deutlich, dass aufgrund der komplexen Anforderungen recht spezielle Produktlösungen auf den Markt gebracht worden waren. Aggressive Zeitpläne zur Indienststellung von neuen Netzen stellten eine zusätzliche Hürde dar, um nach Lösungen Ausschau zu halten, die ein effektiveres Miteinander der bisherigen mit der neuen Technikgeneration ermöglichen. Bei der Einführung des 4G-Standards wird es nicht mehr in erster Linie darauf ankommen, dem potenziellen Kunden eine in sich abgeschlossene technische Lösung zu präsentieren, die zwar durchaus höchste technische Performanz bieten kann, aber nicht die bereits in Nutzung befindliche Netztechnik integriert. Die Infrastrukturanbieter müssen eine Strategie aufzeigen können, die einen möglichst nahtlosen Übergang zwischen den Generationen ermöglicht. Mit anderen Worten: Das Netzwerk selbst wird das Netzwerken beherrschen müssen, indem man es mit Komponenten ausstattet, die diesen Übergang sanft gestalten können.
Das wird sich in letzter Konsequenz auch für den Anbieter auszahlen. Gelingt es ihm, seine Kunden durch eine langfristige und konsistente Technikstrategie zu überzeugen, ist implizit eine höhere Kundenbindung die Folge. Eine Verstetigung der Umsätze über einen längeren Zeitraum kann als positiver Nebeneffekt ebenfalls verbucht werden.
Doch welche Maßnahmen sind es, die die oben angesprochenen Netzwerke mit Leben erfüllen? Schon seit längerem arbeiten die Hersteller an Produktplattformen, die es ermöglichen sollen, mehrere Technikstandards parallel zu unterstützen oder zumindest den Wechsel zwischen ihnen durch das relativ unaufwendige Einspielen einer neuen Software zu erreichen. Das war in der Vergangenheit zwar schon für einzelne Netzknoten möglich und wurde auch ansatzweise praktiziert. Die Herausforderung besteht jedoch darin, diesen Ansatz für alle Netzknoten zu implementieren, insbesondere auch für diejenigen im Funkzugangsnetz. Letztere enthalten Hardware-Komponenten, die in der Vergangenheit auf den Einsatz für einen bestimmten Standard auf der Luftschnittstelle optimiert waren. Die weiterhin rasante Entwicklung der Prozessorleistung ermöglicht es jedoch, Konzepte zu realisieren, die eine vollständige Abbildung der Funktionalität in Software vorsehen. Die Software selbst soll auf generischen Hardwareplattformen lauffähig sein. Die Konsequenz ist, dass sich die Netzwerkfunktionalität nicht mehr über die installierte Hardware, sondern allein über die aktuell lauffähige Softwareversion definiert.
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