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Geschwindigkeit ist (keine) Hexerei
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Geschwindigkeit ist (keine) Hexerei

Leistungsfähigkeit von Mobilfunkstandards zwischen Wunschvorstellung und Realität



Mit jeder Generation eines neuen Mobilfunksystems zeigt sich bisher zumindest theoretisch eine Steigerung der erreichbaren Datenraten um jeweils eine Größenordnung. Dies erweckt enorme Erwartungshaltungen bei Netzbetreibern und Kunden für entsprechende Dienstangebote. Manche Protagonisten gehen sogar so weit, ein Ende der Festnetztechnik im Bereich der letzten Meile vorherzusagen. Die praktischen Erfahrungen zeigen jedoch, dass eine kritische Auseinandersetzung zwischen den vermarkteten Werten und den vom Nutzer letztendlich gefühlten Leistungsmerkmalen erforderlich ist. Es gilt, Fiktion und Realität auseinanderzuhalten.

Lesen Sie immer das Kleingedruckte? Wenn nicht, müssen Sie mit einigen Enttäuschungen rechnen. Dies gilt aktuell insbesondere für die Bestellung eines breitbandigen, leitungsgebundenen DSL-Zuganges. Die Fachzeitschriften, Foren und Blogs sind voll von Beschwerden der Kunden, die den – natürlich klein geschriebenen – Passus „bis zu“ schlicht übersehen oder ignoriert haben. Manche Netzbetreiber überbieten sich nämlich darin, die theoretisch möglichen, das heißt aufgrund der eingesetzten Technik maximalen Datenraten zu vermarkten. Die Enttäuschung ist dann groß, wenn sich in der Realität nur ein Bruchteil der versprochenen Geschwindigkeit einstellt. Stellen Sie sich vor, so etwas passiert nach dem Autokauf: Statt der versprochenen Höchstgeschwindigkeit erreichen Sie mal gerade die Hälfte oder gar noch weniger (auf einer freien Autobahn und ohne Geschwindigkeitsbeschränkung versteht sich) – undenkbar!

Ähnliche Phänomene sind aus dem Mobilfunk bekannt, wo die ersten Generationen breitbandiger Systeme weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Woran liegt es nun beim sogenannten „schnellen“ Internetzugang, dass die versprochenen Geschwindigkeiten oft nicht erreicht werden? Ist es das Auto oder die Strasse – letzteres müssen wir im täglichen Straßenverkehr ja auch akzeptieren – oder beides? Nun, die Antwort ist nicht ganz so einfach, da es je nach eingesetzter Technik unter-schiedliche Möglichkeiten gibt. Dazu müssen wir uns neben der Geschwindigkeit auch über die Reichweite unterhalten.   

Die Kandidaten stellen sich vor

Beginnen wir mit der am einfachsten zu erklärenden Technikvariante für breitbandigen Zugang, der Glasfaser. In diesem Fall sind Auto und Strasse bei der Übertragungsgeschwindigkeit unschlagbar – Michael Schumacher lässt grüßen. Für die wenigen Glücklichen, die heute einen derartigen Anschluss haben, stellt sich das Problem der Geschwindigkeit einfach nicht. Die Physik des Übertragungsmediums und der eingesetzten optischen Übertragungstechnik ermöglicht sowohl im Punkt-zu-Punkt (PTP) als auch im Punkt-zu-Multipunkt (PMP) -Falle Geschwindigkeiten, die weit über den Anforderungen heutiger Diensteangebote liegen und daher eine extrem zukunftssichere Investition darstellen. Das Prinzip der optischen Übertragungstechnik beruht dabei auf der heute digitalen, das heißt zeit- und wertdiskreten Modulation der Intensität einer geeigneten Quelle (Laser), die aufgrund der kurzen Wellenlänge mit extrem geringen Anstiegszeiten erfolgen kann. Dies ist äquivalent mit einer hohen Übertragungsbandbreite: Beim heutigen Stand der Technik sind 40 Gbit/s zu erreichen. Bei ausreichender Kohärenz der Signale lassen sich durch Frequenzmultiplex – Stichworte WDM, DWDM – die Übertragungskapazitäten fast beliebig vervielfachen.    

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