Soweit zum Auto, wir brauchen aber auch noch eine geeignete Strasse. Nutzt man optische Übertragung unter normalen atmosphärischen Bedingungen, stellt sich schnell heraus, dass nur sehr geringe Entfernungen von einigen 100 Metern sicher überbrückt werden können. Das Medium Atmosphäre stellt in unserem Bild eine schlechte Straße dar, die nur eine geringe Reichweite erlaubt. Dies liegt physikalisch an den vielen möglichen Streukörpern, die den hoch fokussierten Laserstrahl sehr schnell auseinanderlaufen lassen und die Energie zerstreuen. Viel besser verhält sich ein Medium, das speziell auf die Charakteristiken von Laserlicht abgestimmt ist: die Glasfaser. Dabei handelt es sich um einen Wellenleiter geringer Dämpfung und ausgezeichneter Abschirmung gegen äußere Einflüsse. Geeignete Techniken erlauben Reichweiten von einigen 10 bis zu 100 Kilometer mit passiver Technik, das heißt ohne Regeneration und/oder Verstärkung. Damit ist klar: Dies ist die Formel 1 in Bezug auf Geschwindigkeit und Reichweite. Ein „bis zu“ stört hier wenig, da selbst bei einem Bruchteil der Maximalraten und -entfernungen immer noch ein vielfältiges Dienstespektrum garantiert werden kann, von dem andere Alternativen nur träumen können. Leider ist die Ressource nicht überall vorhanden, sondern muss erst mühsam und kostenintensiv installiert werden.
Schon beim nächsten Vertreter spielen wir in einer anderen Liga. Koaxiale Kabelsysteme sind auch spezielle Wellenleiter für elektromagnetische Wellen, die Vorgänge spielen sich jedoch bei wesentlich größeren Wellenlängen, also niedrigeren Frequenzen ab (siehe Abbildung 1). Hinzu kommt, dass die Gesamtbandbreite des Übertragungsmediums nicht durchgehend genutzt, sondern in einzelne Bänder unterteilt wird. Damit sinkt die mögliche maximale Übertragungsgeschwindigkeit um etwa drei Größenordnungen. Für den Endkunden bedeutet dies, dass in Diensteangeboten der Passus „bis zu“ durchaus zu beachten ist. Vorteilhaft ist, dass – wie bei der Glasfaser – das Übertragungsmedium sehr gut gegen äußere Einflüsse geschützt ist.
Die Kupferdoppelader1 kann mit dieser vorteilhaften Eigenschaft nicht aufwarten. Neben der üblichen Dämpfung, wie wir sie von Glasfaser und Koaxialkabel kennen, müssen wir berücksichtigen, dass es zwischen verschiedenen nebeneinander liegenden Doppeladern Wechselwirkungen geben kann. Diese vorherzusagen ist recht schwierig wegen der Unbestimmtheit der Verlegung und sonstiger Umgebungsbedingungen. In jedem Fall beeinflussen derartige Effekte maximale Übertragungsgeschwindigkeit und Reichweite in negativer Weise. Übliche Praxis ist daher die messtechnische Untersuchung vor der Verpflichtung einer Versorgungszusage. Netzbetreiber haben dabei unterschiedlich aggressive oder konservative Strategien, die Zusagen unterscheiden sich daher manchmal sogar bei Nutzung des gleichen Kupferkabels im Rahmen entbündelter Zugänge. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Techniken der Beherrschung dieser schwierigen „Straße“ am Markt etabliert: die bekannten DSL-Varianten. Je nach eingesetzter Technik lassen sich maximale Übertragungsgeschwindigkeiten erzielen, die in etwa in der Region eines koaxialen Systems liegen. In diesem Fall ist die Reichweite allerdings deutlich geringer. Bei größeren Reichweiten sinkt die Bandbreite um etwa eine Größenordnung.
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