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FORTSETZUNG: Geschwindigkeit ist (keine) Hexerei
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Bei weiter steigender Auslastung verlagert sich der Flaschenhals Richtung Internet. Dann werden neben den Kernnetzen (Core Network) auch die Internetzugangspunkte zum Engpass. Je ­weiter man sich in einem Mobilfunknetz von der Luftschnittstelle entfernt, umso mehr reduziert sich die Anzahl der Knoten. Gleichzeitig werden die einzelnen Knoten leistungsfähiger. Um Engpässe zu verhindern, spielt es in großen Netzen eine wichtige Rolle, den Verkehr auf die einzelnen Knoten optimal zu verteilen. Bei der Planung und Dimensionierung müssen ­außerdem entsprechend Redundanzen eingeplant werden, um den Ausfall einzelner Knoten zu kompensieren.

Steht die notwendige physikalische Bandbreite bereit, müssen die Diensteplattformen auf die zur Verfügung gestellte Leistung eingestellt werden. Internetbasierte Dienste setzen meistens auf dem Protokollduo TCP/IP auf. IP stellt sicher, dass die Daten den richtigen Weg durch das Netz finden. TCP passt auf den Verkehr auf, versucht Staus zu vermeiden und stellt sicher, dass alle angeforderten Daten beim Nutzer eintreffen. Wie im echten Leben heißt Stau verhindern manchmal Geschwindigkeit drosseln. Um die Geschwindigkeit des Netzes voll zu nutzen, muss der Geschwindigkeitsregler von TCP entsprechend der maximalen Geschwindigkeit und dem Zeitverhalten (RTT, Round Trip Time) eingestellt werden, ansonsten limitiert TCP den Durchsatz.    

Wer schon mal mobil gesurft ist, wird sich vielleicht über die vergleichsweise langsamen Ladezeiten der Seiten gewundert ­haben, was an der vergleichsweise hohen RTT liegt. Doch auch in der Festnetzwelt ist die RTT und damit die Surfgeschwindigkeit nicht beliebig zu steigern. Vergleicht man einen VDSL-Zugang (50Mbit/s) mit einer herkömmlichen DSL 6000-Verbindung (6Mibt/s), ergibt sich eine theoretische Geschwindigkeitssteigerung von 830 Prozent. Schaut man auf die durchschnittliche Ladezeit von Webseiten, beträgt der Unterschied nur 25 Prozent. An diesem Beispiel wird deutlich: Geschwindigkeit ist nicht gleich Geschwindigkeit. Hier zügelt die Anwendung selbst die Geschwindigkeit. Will man die angebotene Geschwindigkeit voll ausnutzen, müssen auch die Dienste angepasst sein. Der Netzbetreiber kann hier eingreifen und die Ende-zu-Ende Kette aufbrechen, um den Dienst auf die verfügbare Geschwindigkeit zu tunen.    

Herausfordernd wird das Angebot von hochbitratigen Diensten wie HDTV. Haben wir alle vorher genannten Hürden genommen, können in Zusammenhang mit 4G-Mobilfunktechniken Bandbreiten zur Verfügung stehen, die durchaus derartige ­Dienste erlauben und im Rahmen von Fixed ­Mobile Convergence (FMC)-Konzepten lokal zur Verfügung gestellt werden können. Ein guter Vorreiter sind hier die neuesten Versionen von WLAN-­Systemen, die im Heimumfeld inzwischen HDTV Streaming mit guter Qualität erlauben. Im Mobilfunkbereich ist aber das Problem der Shared Ressource weit gravierender. Es ist daher unabdingbar, dienstespezifische Quality of Service (QoS)-Merkmale einzuführen, die den Charakter des jeweiligen Dienstes und die aktuell verfügbare Ressource miteinander korrelieren. Man muss dann zum Beispiel in Kauf nehmen, dass die Anforderung eines bandbreitehungrigen oder zeitkritischen Dienstes bei schlechten Bedingungen vom System abgewiesen wird, da ein Zugriff unter Umständen das gesamte System lahmlegen würde. Alle kommenden 4G-Kandidaten weisen daher theoretisch entsprechende Mechanismen zur Dienstgüteunterstützung auf. Nicht alle davon sind jedoch strikt durchstandardisiert, es gibt daher eine Reihe von Freiheitsgraden bei der Implementierung. Eine sorgfältige Analyse ist in jedem Fall erforderlich.

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