Ein aktuelles Beispiel für ein Unternehmen, das sein Innovationsmanagement am Design Thinking-Paradigma ausrichtet, ist SAP. Das sogenannte „Design Services Team“ ist mit der Aufgabe betraut, Design-Grundsätze in das SAP-Innovationsmanagement zu integrieren. Um dies umzusetzen, werden zum Beispiel Nutzerbedürfnisse direkt am Arbeitsplatz erforscht oder experimentelle Prototypen mit Hilfe von HTML und Flash erzeugt. Um den kreativen Ideenaustausch der Mitarbeiter und die Zusammenarbeit zu unterstützen, wurde 2005 vom Design Services Team im sogenannten „Harmony“-Projekt eine interne Web 2.0-Plattform bei SAP eingeführt. Im Weiteren ist es sogar geplant, die intern erprobten Web 2.0-Ansätze in die SAP CRM-Suite zu integrieren.
Integration von externem Know-how erlaubt kosteneffizientes Innovationsmanagement
Vergleicht man Open Innovation und Design Thinking, so sieht man, dass beide Methoden externes Know-how in den betriebsinternen Innovationsprozess integrieren. Im Design Thinking wird der Nutzer direkt in die Forschungsaktivitäten eingebunden. Der Open Innovation-Ansatz geht noch einen Schritt weiter und ist darauf ausgerichtet, neben den Nutzern auch andere Partner wie Lieferanten oder sogar Wettbewerber einzubinden. Beiden Ansätzen ist außerdem gemein, dass die Integration externen Wissens in jeder Phase des Innovationsprozesses erfolgen kann. Ziel der Integration von externem Know-how ist die Beschleunigung des Prozesses dadurch, dass bestimmte Aspekte und Vorentwicklungen nicht selbst erbracht werden müssen, sondern von extern eingebracht werden. Zudem stellt die aktive Beteiligung des Nutzers sicher, dass das „richtige“ Produkt entwickelt wird. Auch das macht sich letztendlich in einer schnelleren und erfolgreicheren Entwicklung eines Produktes oder Services bemerkbar. Damit ermöglichen beide Innovationsmethoden die Beschleunigung der Innovationsaktivitäten und sind somit besonders gut geeignet, um dem steigenden Wettbewerbsdruck und den immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen Herr zu werden. Doch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten wie diesen ist es mindestens genauso wichtig, mit gekürzten Innovationsbudgets ein kosteneffizientes Innovationsmanagement zu betreiben.
Bei der Öffnung der Innovationsaktivitäten nach außen können Kosten eingespart werden, da die Forschungsaktivitäten gemeinschaftlich finanziert werden oder benötigtes technologisches Know-how akquiriert wird, das bei einer Eigenentwicklung unter Umständen langwierig und kostenintensiv hätte aufgebaut werden müssen. Es können sogar zusätzliche Einnahmequellen entstehen, wenn eigene Innovationen an externe Partner verkauft werden können. Den dargestellten Einnahmen und Einsparungen stehen aber ein erhöhter Koordinationsaufwand und Schnittstellenkosten gegenüber. Christensen et al. weisen in ihrer 2005 veröffentlichten Studie „The industrial dynamics of Open Innovation – Evidence from the transformation of consumer electronics“ speziell auf die Möglichkeit erhöhter Koordinations- und Transaktionskosten hin. So muss zum Beispiel ein sicheres Umfeld für den Austausch von vertraulichen Informationen implementiert und ein rechtlicher Rahmen bezüglich der Rechte an gemeinsam entwickelten Innovationen geschaffen werden.
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