DMR Magazin - Logo and Navigation

content area

FORTSETZUNG: Gretchenfrage
Schrift: - +

Im Kontext des Design Thinkings wird durch die Fokussierung auf kostengünstige und pragmatische Prototypen in den frühen Forschungsphasen ein kosteneffizientes Innovationsmanagement unterstützt. Bei einer Nicht-Einhaltung dieser Vorgabe kann die Erstellung einer Vielzahl aufwändiger Prototypen jedoch das Innovationsbudget sprengen. Erhöhte Forschungs­kosten können außerdem durch den Design Thinking-Grundsatz, Ideen nicht frühzeitig zu verwerfen, entstehen. Hierdurch wird zwar die kreative Exploration unterschiedlicher, womöglich vielversprechender Ansätze gefördert, aber gleichzeitig eine verminderte Effizienz der Innovationsaktivitäten in Kauf genommen.  

Differenzierungspotenziale sichern  

Abschließend kann festgehalten werden, dass beide Ansätze gegenüber einem geschlossenen Innovationsprozess, wie er heute noch in den meisten Unternehmen implementiert ist, deutliche Vorteile bezüglich Geschwindigkeit und Effizienz aufweisen. Der innovative, aber mit erhöhtem Aufwand verbundene Design Thinking-Ansatz kann bei einer hohen Anzahl von aufwendigen Prototypen zu einer schlechteren Kosteneffizienz im Innovationsprozess führen. Dies trifft nicht für die Nutzung der Open Innovation-Methode zu, da vergleichbare Kostentreiber fehlen. Generell sind bei der Nutzung der vorgestellten Ansätze jeweils die einzelnen Aufwände und Kosten im Detail zu überwachen, um Effizienz gewährleisten zu können.    

Beide Ansätze führen auf ein bekanntes, zunehmend stärker untersuchtes Phänomen: Durch die Nutzung fortgeschrittener Innovationsmethoden durch eine zunehmende Anzahl von Marktteilnehmern verringert sich das mögliche Differenzierungspotenzial pro Marktteilnehmer, da alle zunehmend gleichartige Innovationsfähigkeiten aufbauen. Dieses als „Strategische Konvergenz“ bekannte Dilemma sollte Grundlage einer sehr differenzierten Bewertung der eigenen Innovationsstrategie sein. Die Entwicklung strategischer Fähigkeiten durch die Akquisition von „Innovationskernen“ – wie am Beispiel Cisco beschrieben – ist wesentlich schwieriger durch Wettbewerber imitierbar, erfordert im Innovationsmanagement aber eine Markt- und Technologieaufklärung auf höchstem Niveau. Hier sollten zukünftige Marktführer gerade in Zeiten der Finanzkrise ansetzen.


Erschienen in DMR 01/2009

Weiter
Artikel bewerten
(0 Bewertungen)

Seite 1 Seite 2 Seite 3 Seite 4 Seite 5 Seite 6 Seite 7 Seite 8

marginal box area

Social Bookmarking

Social Bookmarking Social Bookmarking          

RSS Feeds

RSS Feeds RSS Feeds          

footer area navigation