Grüne Vorreiter
Energieoptimierung im Rechenzentrum mit GreenICT
Klimawandel, nachhaltige Ressourcennutzung und energiesparende ICT sind in aller Munde. Den CIO eines Unternehmens und seine RZ-Leiter interessieren aber ebenso die Kostensenkungspotenziale eines grünen Rechenzentrumsansatzes. Aus dieser Sicht stellen wir Energieeinsparungspotenziale dar, berichten aus umgesetzten Projekten und zeigen auf, was sich ICT aus der Telekommunikationsbranche „abschauen“ kann.
Auf Rechenzentren der Enterprise- und Carrier-Klasse kommen seit mehreren Jahren diverse neue Anforderungen zu, die durch das IT-Management umgesetzt werden müssen: Neben den klassischen Erweiterungen des Anwendungsbetriebs, getrieben von Geschäftsprozessen oder Prozessoptimierungen im Sinne des IT Service Managements, spielen insbesondere Kostenreduktionen eine große Rolle.
Kostenoptimierungspotenziale und wenig Nachhaltigkeit bestimmen die Ausgangslage
Dabei verschieben sich die Handlungsbedürfnisse. Während in der Vergangenheit Kostenoptimierungen durch Prozessstandardisierungen und fallende IT-Infrastrukturkosten im Vordergrund standen, rücken nun die Umsetzung von GreenICT und Energieeinsparungen in den Mittelpunkt vieler Projekte. Auch hier geht es natürlich primär um die Senkung der Kosten, da die Position Energie in den letzten Jahren mit bis zu 50 Prozent Anteil an den Betriebskosten eines durchschnittlichen LargeIT-Rechenzentrum deutlich angewachsen ist.
Gleichzeitig ist trotz der Diskussion in der Politik zu konstatieren, dass die Umgebungstemperaturen von Rechenzentren kontinuierlich steigen. Damit nehmen selbst bei gleichbleibender technischer Ausstattung die Anforderungen an die Außengeräte der Klimasysteme zu, welche die Wärme an die Umgebung abgeben. Hinzu kommt, dass genau diese technische Ausstattung nicht konstant bleibt, sondern immer höhere Packungsdichten der IT-Infrastruktur, zum Beispiel durch Blade-Server, die benötigte Kühlleistung um ein Vielfaches erhöht. Die Projekterfahrung zeigt, dass sich die Klimatisierungsbedürfnisse in einer ähnlichen Steigerungsrate zu der jeweiligen Steigerung der Außentemperatur verhalten. Dementsprechend nehmen die Klimatisierungskosten insgesamt, besonders RLT-Anlagen/HVAC (RLT: RaumLuftTechnik/Klimaanlagen, HVAC: Heating, Ventilation, Air Conditioning), weiter zu.
Die vor fünf bis zehn Jahren prognostizierte Idee von schrumpfenden Rechenzentren hat sich rückblickend nicht bewahrheitet – ganz im Gegenteil zeigt die Beobachtung, dass weltweit immer größere Rechenzentren höherer Verfügbarkeitsklassen errichtet werden. Eine genauere Analyse des Stromverbrauchs untersuchter Rechenzentren in mehreren Detecon-Projekten ergab, dass nur zirka 30 Prozent der Energie für IT-Infrastruktur (Server, Speicher und Netzwerke) verbraucht wird. Über 55 Prozent werden für die Klimatisierung unterschiedlicher Komponenten benötigt. Gerade dieser Faktor lässt sich durch Einsparungsmaßnahmen deutlich um bis zu 45 Prozent reduzieren. Die Maßnahmen sind teilweise einfach in existierenden Umgebungen anwendbar, einige lassen sich zukünftig und langfristig in neuen Architekturen umsetzen.
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