Halt, Kostenkontrolle!
Netzkostenoptimierung ist für Betreiber wichtiger denn je
Seit dem New-Economy-Crash in den 90ern hat die Telekommunikationsbranche einen rasanten Aufstieg erlebt. Spektakuläre Investitionen, insbesondere zur Erlangung neuer Lizenzen und Vergrößerung des Markterfolges, haben zahlreiche Telekommunikationsbetreiber in Versuchung geführt – häufig mit fehlendem Fokus auf Wertschöpfung und Profitabilität. Heute sieht sich die Mehrzahl der Betreiber mit einem noch schwierigeren Umfeld als je zuvor konfrontiert. Dieses Umfeld ist durchstagnierende oder gar sinkende Umsatzzahlen, hohe Betriebskosten, alarmierende Verschuldungsgrade und ROIs, die häufig ihre Kapitalkosten unterschreiten, gekennzeichnet. Netzkosten sind ein Ansatzpunkt, um die Schieflage wieder gerade zu rücken.
Telcos geraten unter den zunehmenden Druck, ihre Kostenbasis zu senken. Preisverfall und Umsatzdruck sowie niedrige ARPUs in fast allen Märkten beeinträchtigen die Margen erheblich. Die Herausforderungen in punkto Kosten werden durch mehrere Schlüsselfaktoren gesteuert.
Erstens führt die Privatisierung und Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte zu einem verstärkten Wettbewerb in aufstrebenden wie auch entwickelten Märkten. Ein Überangebot sowie teilweise irrationale Geschäftsmodelle haben den Druck ebenso dramatisch erhöht wie schlanke und virtuelle Konkurrenzunternehmen, die sogenannten „virtuellen“ Mobilnetzbetreiber (MVNOs).
Lücke zwischen Umsatz und Kosten klafft immer stärker
Zweitens sind viele der Wettbewerber gezwungen, vom „Jagd-Modus“ auf den „Bestandshaltungs-Modus“ umzuschalten. Im Mittelpunkt steht nicht mehr die Vergrößerung des Kundenstamms um jeden Preis – mitunter ein ungesundes Umsatzwachstum -, sondern das erreichte Volumen zu nutzen und dem Profitabilitätsdruck standzuhalten. Die Erwartungen der Aktionäre im Hinblick auf Leistungssteigerung und eine allgemeine Straffung der Margen aufgrund des geringeren Wachstums sowie das Ersetzen herkömmlicher profitabler Dienste durch Breitband- und Internet-Dienste bilden die zentralen Treiber für dieses Umdenken. Die aggressive Preisgestaltung, zum Beispiel in Form von Flatrates, vor allem in Ländern mit ohnehin niedrigen ARPUs, wie auch die Preisregulierung beschleunigen sogar noch das Sinken der Margen.
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