Hilfe für den CFO
Entscheidungsfindung an Ort und Stelle
Web 3.0 wird das unternehmensweite Informationsmanagement dezentralisieren. Dies bedingt Veränderungen in Organisation und Prozessen. Insbesondere die sekundären Prozesse dürften schlanker werden, was Entscheidungswege und -zeiten verkürzt. Von den neuen Möglichkeiten der Informationsaufbereitung profitiert nicht zuletzt der CFO.
Das Internet schafft Transparenz. Im Kontext von Web 2.0 ist vor allem die Informationsbeschaffung für Kunden wesentlich einfacher geworden. Aussagen über die Qualität von Produkten oder das Verhalten von Unternehmen erreichen den Kunden heute viel schneller. Kunden stellen ihrerseits im Internet ihre Meinung über Produkte und Services von Unternehmen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Das gibt zwar Unternehmen die Möglichkeit, schneller auf Kundenwünsche zu reagieren. Allerdings verbreiten sich auch unternehmensinterne Informationen wesentlich schneller. Umgekehrt nehmen externe Ereignisse direkt Einfluss auf die Absatz- und Kostensituation der Unternehmen. Beispielhaft genannt seien der Absatzeinbruch von Spielzeugherstellern aus China nach Bekanntwerden der erhöhten Bleibelastung in den verwendeten Farben oder der Imageverlust, den die Großunternehmen durch die Korruptionsskandale erlitten haben. Für Unternehmen wird damit die frühe Erfassung, Verarbeitung und schnelle Reaktion auf Kundenmeinungen und Gesellschaftsströmungen zum unerlässlichen Erfolgsfaktor.
Informationswertschöpfungskette deckt Aufwandssenkung auf
Während die Kernelemente des Web 2.0 vor allem in der Vernetzung und damit der Informationssammlung liegen, verbessern Web 3.0-Technologien die Qualität sowie die relevante Menge der zur Verfügung stehenden Daten und Erhöhen vor allem die Transparenz der Informationsbereitstellung. Zu diesen Technologien zählen die W3C-Standards RDF(S), OWL und Sparql. Diese so genannten semantischen Technologien vereinfachen den Austausch von Informationen zwischen Computern. Um den Einfluss von Web 3.0-Technologien auf die Wertschöpfungskette eines Unternehmens systematisch analysieren zu können, beschreiben wir zunächst die Informationswertschöpfungskette und spiegeln diese anschließend an den klassischen Wertaktivitäten eines Unternehmens.
Von der Entstehung von Informationen bis zur ihrer Nutzung können die sechs Aktivitäten Entstehung, Speicherung, Aggregation, Integration, Auswertung und Nutzung unterschieden werden. Informationen entstehen zum Beispiel durch die Eingabe von Buchungsbelegen, durch das Schreiben in Blogs oder durch die automatische Messung von Umweltdaten mit Hilfe von Sensoren. Web 3.0-Technologien ermöglichen es, zu jeder Information so genannte Metainformationen hinzuzufügen, welche die Information selbst maschinenverstehbar erklären. Der einfache Text eines Bloggers auf einer Webseite bleibt damit für den Computer nicht ein Gemenge von Buchstaben, sondern erlangt eine Bedeutung. Der Computer kann somit unterscheiden, ob es sich bei einem Text um eine Liebeserklärung handelt oder ob sich der Kunde über das Produkt eines Unternehmens beschwert hat.
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