Hyper-Innovation für Telcos
Wie man schnell ins Spiel kommt
Eine Flut von neuen Ideen und Dienstleistungen, häufig zu niedrigen Kosten oder gar kostenfrei angeboten, sorgen für minimale Verbraucherumsätze – siehe Twitter oder Mozilla. Wie kann ein Unternehmen in diesem Umfeld Ideen entwerfen, die echte Werte liefern? Und seine Marke schützen und trotzdem mit dem richtigen Produkt zum richtigen Zeitpunkt schnell genug ins Spiel kommen? Wir untersuchen Ansätze, die die rasante Innovation der Telco-Branche formen, und prüfen, wie man sie zur Maximierung der Innovationsfähigkeit nutzen kann.
In der einst abgeschlossenen Welt der Medien- und Kommunikationsbranchen hat sich während des letzten Jahrzehnts ein radikaler Wandel vollzogen. Heute kämpfen Start-Up-Anwendungsentwickler, Webservice-Provider, Telcos, Medienkonzerne und Endgerätehersteller direkt um die Verbraucher, Unternehmen und Werbebudgets. Niedrigere Eintrittsbarrieren, höheres Leistungsvermögen von Plattformen und Technologien und erweiterte Zugangswege zum Markt haben einen wahren Sturm entfacht und für kleine und große Unternehmen Möglichkeiten geschaffen, hervorragende Ideen schnellstmöglich zu vermarkten.
Zum Beispiel Smule. Der Erfinder des „Sonic Lighter“ brachte im November 2008 die „Ocarina“ iPhone-Applikation auf den Markt – eine clevere, interaktive Anwendung, die das iPhone in ein 12.000 Jahre altes Instrument verwandelt, mit dem man durch das Hineinblasen in das Mikrofon Klänge erzeugen kann. Nur acht Monate nach Gründung des Unternehmens mit seinen drei Anwendungsentwicklern wurde die 99-Cent-Anwendung schon mehr als 700.000 Mal heruntergeladen.
Im Zuge dieses wahren Sturms an Innovationsmöglichkeiten verlangen die Verbraucher jetzt neue Produkte in noch kürzeren Zeitabständen. Der Zeitraum in dem der End-user sein Mobiltelefon ersetzt hat sich zum Beispiel von durchschnittlich 25 Monaten auf 18 Monate reduziert. Der aufstrebende Markt für Handy-Applikationen basiert auf der unglaublich kurzen Verfallszeit von 30 Tagen, bevor sich beim Verbraucher Langeweile einstellt.
Ausgestattet mit dem Vorteil des „first mover“ und der Fähigkeit, die Verbraucher in Kauflaune zu halten, verfügen Unternehmen wie Smule über das Potenzial, die komfortablen Umsatzströme der etablierten Branchenriesen drastisch zu verändern. Natürlich ist für Smule der Datenplan eines Telco-Anbieters erforderlich, aber mit der zunehmenden Kommoditisierung der Konnektivität werden Player wie Smule einen immer größeren Teil vom Umsatzkuchen einfahren. Wie sollen also die etablierten Betreiber der Medien- und Kommunikationsbranche reagieren?
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