DMR | Detecon Management Report
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Interview mit Dr. Hai Cheng
Versatel Holding GmbH
Auch in Deutschland werden Festnetzbetreiber aufgrund der Marktveränderungen und der Verfügbarkeit neuer Technologien gezwungen, ihre eigene Ausrichtung auf den Prüfstand zu stellen. Über die Positionierung und die Strategien eines alternativen Breitbandanbieters in Deutschland haben wir uns mit dem COO der Versatel Holding GmbH, Herrn Dr. Cheng, unterhalten.
DMR: VoIP-Anbieter wie Skype und Co. machen den Netzbetreibern beim Sprachdienst die Umsätze streitig. Zusätzlich ist beim Sprachdienst heute ein klarer Trend zur Substitution des Festnetzes durch den Mobilfunk zu erkennen. Auch wenn derzeit die Wachstumsraten im Breitbandbereich noch groß sind, stehen große Kapazitäten der UMTS-Netze bereit und Betreiber versuchen, Kunden für das Mobilnetz zu gewinnen.
Welche Voraussetzungen sind notwendig, um unter diesen Rahmenbedingungen ihren Wachstumskurs als Netzbetreiber fortzusetzen ?
Dr. Cheng: Wir sind fest davon überzeugt, dass auch zukünftig eine Differenzierung über das beste Preis-Leistungsverhältnis unser Erfolgsrezept bleiben wird. Einen weiteren wesentlichen Erfolgsfaktor der Zukunft sehen wir in einer hohen Servicequalität in der Kundenbetreuung. Hier setzt Versatel bereits heute Maßstäbe. Wie Sie sicher wissen, basiert unser starkes Wachstum größtenteils auf Breitband-Anschlüssen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass Sprachtelefonie zwar für alle unsere Kunden notwendig ist, aber zukünftig im Umsatzmix eine immer geringere Rolle spielen wird. Der Tatsache, dass der Mobilfunk versucht, auch im Breitbandgeschäft Substitutionseffekte zu nutzen, sehen wir eher gelassen entgegen. Bei der derzeitigen rasanten Entwicklung der Bandbreiten im Festnetz und der dadurch möglichen und auch genutzten Dienste, wie zum Beispiel verschiedenste Videoanwendungen, wird der Mobilfunk auf absehbare Zeit keine preisadäquaten Angebote offerieren können.
DMR: Ein nicht unbeträchtlicher Teil ihres Umsatzes wird dennoch aus Sprachminuten generiert.
Wie wappnen Sie sich für die Zukunft gegen den einbrechenden Voice-Umsatz?
Dr. Cheng: Zukünftige Umsätze lassen sich im Wesentlichen durch angemessene Flattarife und eine geeignete Bündelung verschiedener Dienste zu entsprechenden Paketen sichern. Wir werden aber auch weiterhin Mehrwertdienste, die auf Sprache basieren, wie z.B. 0180er Nummern, anbieten. Mit dem Umstieg auf VoIP sind natürlich noch viele weitere Mehrwertdienste rund um das Stichwort „enriched Voice Services" möglich. Hier kommt es darauf an, von Anfang an zu verstehen, welcher Dienst von unseren Kunden als echter Mehrwert empfunden wird und damit auch die Bereitschaft besteht, ein zusätzliches Entgelt zu bezahlen.
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