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Machtpoker im Haifischbecken
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Machtpoker im Haifischbecken

Spielregeln für die Steuerung von Offshoring in Unternehmensnetzwerken



Offshoring war und ist ein Thema, wenn es um Kostensenkungen geht. Nach den ersten Erfahrungen ergibt sich allerdings ein nüchternes Bild über die tatsächlichen Kosteneffekte. Die Verteilungskämpfe im Unternehmensnetzwerk kosten Kraft – und Geld. Daher kommt der Transformationskompetenz innerhalb des Netzwerkes enorme Bedeutung zu. Hier helfen eindeutig festgelegte Spielregeln.

Der Fall Nokia hat gezeigt, welche Auswirkungen Offshoring auslösen kann. Das Bochumer Werk wurde mit staatlicher Unterstützung geschlossen und die Produktion in Rumänien mit EU-Mitteln wieder aufgebaut. Der weitere Verlauf dieser Aktivitäten erregt noch heute mediales Interesse. Neben den ­außen wahrnehmbaren Effekten stellt Offshoring jedoch gerade das interne Zusammenspiel der Organisationseinheiten auf die Probe.

Offshoring meint die geographische Verlagerung von Arbeitsschritten innerhalb der Wertschöpfungskette an eigene Standorte im Ausland – oft Billiglohnländer. Meist steht das Ziel der Kostenoptimierung im Vordergrund, primär sollen Lohnkosten­unterschiede ausgenutzt werden.

Offshoring impliziert immer massive Veränderungen im Unternehmen: Zum einen Personalabbau im bestehenden Standort, zum anderen den Aufbau von Steuerungsfunktionen, meist in der Zentrale. Gleichzeitig muss die Infrastruktur am neuen Standort aufgebaut werden. Dies zwingt neue Standorte in die Rolle von austauschbaren Transplants und die Zentrale in eine dauerhafte Verteilerrolle für Arbeit und Profit. Die Transformationskompetenz gewinnt enorme Bedeutung, die Wertschöpfungskette variiert massiv. So schreiben OEMs heute schon ganze Fahrzeugbaureihen unter ihren Werken aus. Diese Verteilungskämpfe im Unternehmensnetzwerk sind von Anfang an zu steuern. Mitarbeiter, Organisation und Geschäftprozesse werden erheblich beeinflusst, während das laufende Geschäft hinsichtlich Lieferfähigkeit und Termintreue, Qualität und Kosten davon unbeeinträchtigt bleiben muss. Die Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit des Transformationsprozesses im Netzwerk sind deshalb die Erfolgsfaktoren, die zu optimieren sind.

Hohe Koordinationskosten können Kostenoptimierung ­vereiteln

Häufigste Verlagerungsgründe sind Kostensenkungen bei Produktionsfaktoren sowie die Markterschließung. Nehmen Unternehmen aus Beschaffungs- oder Wachstumsmotiven die Produktion in Offshore-Regionen auf, bauen sie Prozesse ergänzend zur Produktion am Heimatstandort auf. Anders verhält es sich, wenn Unternehmen aus reinen Kostengründen aktiv werden: Sie generieren echte substituierende Verlagerungen, da sie Prozesse und Stellen im Inland abbauen, um als ausländischer Investor von den attraktiven Förderprogrammen für Anlagevermögen der Niedriglohnländer zu profitieren.

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