Außerdem ist die mobile Telekommunikation wesentlich schneller gewachsen als das Festnetz und der feste Breitband-Internetzugang. Vertragsabschlüsse mit Mobilanbietern sind in den untersuchten Märkten von 24,4 Millionen in 2004 auf 94,1 Millionen in 2008 gestiegen, was einem jährlichen Wachstum von 40 Prozent entspricht. Allein in 2008 hat es 20,3 Millionen Nettozugänge gegeben. Die Abbildung gibt einen Überblick über die Entwicklung der Vertragsabschlüsse mit Mobilanbietern in den sieben untersuchten Märkten.
Die Marktstruktur unterscheidet sich jedoch erheblich von westlichen Benchmarks. Es gibt eine starke Kluft zwischen Pre- und Postpaid-Kunden und ihren Service-Bedürfnissen. Aufgrund der Tatsache, dass SIM-Karten relativ einfach zu beziehen sind und der geschäftliche Abwicklungsaufwand gering ist, dominieren bei regionalen Vertragsabschlüssen mit Mobilanbietern die Prepaid-Kunden mit zirka 90 Prozent. Außerdem ist das in Europa übliche Konzept der Postpaid-Verträge mit geringer Laufzeit unbekannt. Ungeachtet dessen ist der ARPU (durchschnittlicher Erlös pro Kunde) in allen Ländern hoch, weist aber eine tiefe Kluft zwischen Prepaid- und Postpaid-Kunden auf.
Bei der Entwicklung des regionalen Telekommunikationsmarktes haben die Regierungen ebenfalls eine zentrale Rolle gespielt. Herausragend sind und waren die wirtschaftlichen Diversifizierungsbemühungen nationaler Regierungen, die auf ICT als eines ihrer zentralen Ziele für nationale Entwicklungsstrategien gesetzt haben. Diese bestehen entweder aus direkten Investitionen der Regierungen in die Infrastruktur, e-Government-Initiativen oder Bildung sowie aus Initiativen zur Unterstützung von Unternehmensinvestitionen – zum Beispiel mit der Zielsetzung, zu regionalen ICT-Hubs zu wachsen.
Im Gegensatz dazu bleiben Festnetztelekommunikation als auch der feste Breitband-Internetzugang bei Vertragsabschlüssen und Wachstum hinter dem Mobilfunkbereich zurück. Unter anderem ist dies auf die höhere Geschwindigkeit, mit der das Mobil-funknetz im Gegensatz zur Festnetzinfrastruktur errichtet wurde, zurückzuführen2.
Zudem wurden die Mobilfunkmärkte wesentlich schneller dereguliert und liberalisiert als die Festnetzmärkte. Viele dieser Bemühungen sind auf die Anforderungen zum Beitritt in die World Trade Organization (WTO) zurückzuführen. Bahrain nimmt hierbei in Bezug auf Marktliberalisierung und Infrastruktureinsatz eine führende Rolle ein und Ägyptens Liberalisierung der Daten-, Internet- und VAS-Märkte (Mehrwertdienste) führte 2000 zu einem deutlichen Anstieg der Breitband-Abonnements. Während die Mobilfunkmärkte gegenwärtig alle liberalisiert sind, hinkt der Festnetzmarkt nach wie vor hinterher. Einige Länder, beispielsweise Oman oder Katar, haben sich erst seit Kurzem gegenüber dem Wettbewerb geöffnet, während in anderen Ländern immer noch monopolistische oder duopolistische Strukturen vorherrschend sind.
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