Durch den Erwerb von Kuwaiti Wataniya Telecom einschließlich deren Betreiber-Unternehmen in Algerien, im Irak, in Tunesien und kleineren Unternehmen in Saudi-Arabien, den Malediven und Palästina für 3,7 Milliarden US-Dollar ist Qtel weiterhin im Mittleren Osten aktiv. Darüber hinaus hat Qtel mit Investitionen in Asien begonnen und einen 25-prozentigen Anteil an Asia Mobile Holdings erworben, die wiederum eine Beteiligung an den beiden Nr. 2-Betreibern in Indonesien und Singapur halten. Saudi Telecom, der größte regionale Telekommunikationsanbieter in Bezug auf Marktkapitalisierung und Umsatz, gehört in Zusammenhang mit den Internationalisierungsbemühungen zu den späten Einsteigern, hat jedoch Anteile an Maxis Communications erworben, die wiederum Beteiligungen in Malaysia, Indien und Indonesien halten.
Zunehmende Mobilfunk-Penetration und steigender ARPU sowie wirtschaftliches Wachstum und demographischer Wandel haben den regionalen Märkten in den vergangenen Jahren insgesamt einen unglaublichen Erfolg beschert. Zudem haben die regionalen Telekom-Betreiber eine aggressive Internationalisierungsstrategie verfolgt. Die künftige regionale Perspektive wird jedoch durch unterschiedliche wirtschaftliche und marktspezifische Herausforderungen bestimmt.
Service-Bundling und Breitband-Reife rücken künftig in den Vordergrund
Die Geschwindigkeit, mit der der Mobiltelekommunikationsbereich in den vergangenen Jahren im Mittleren Osten gewachsen ist, wird aufgrund zunehmender Reife in einigen Mobilfunkmärkten, Aufrüstung der 3G-Netze, laufender Internationalisierungsbemühungen und dem neu erweckten Interesse an der Aufrüstung der regionalen Festnetzinfrastruktur auf einem niedrigeren Niveau ablaufen.
Erstens wird die internationale Expansion angesichts des weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs an Momentum verlieren, denn es ist nicht als wahrscheinlich anzusehen, dass die Telekom-Betreiber von den Auswirkungen einer länger anhaltenden Rezession verschont bleiben. Damit die Betreiber jedoch ‘on track’ bleiben und ihre ehrgeizigen Wachstumsziele, nämlich die Entwicklung zum Global Player, erreichen (Etisalat hat sich das Ziel gesetzt, bis 2010 zu den Top-10 der Telekomkonzerne zu gehören, Zain bis 2011; Qtel und STC haben langfristig ähnliche Bestrebungen), müssen die Betreiber ihr Geschäft kontinuierlich ausweiten. Etisalat unterminiert sein strategisches Ziel mit dem kürzlichen Erwerb der neuen Mobilfunklizenz im Iran, dem größten regionalen Mobilfunkmarkt mit einer gleichzeitig niedrigen Penetration. Über die eigene Niederlassung Nawras hat Qtel kürzlich die zweite Festnetzlizenz in Oman erworben. Da einige Regierungen in Anbetracht des wirtschaftlichen Abschwungs Privatisierungen und Lizenzierungen erneut überdenken, werden die Expansionsmöglichkeiten jedoch rarer. Oman hat die Veräußerung einer 25-prozentigen Beteiligung an Omantel gestoppt, während Bahrain weiterhin an der Versteigerung seiner dritten Mobilfunklizenz festhält.
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