Nichts wie hin ...
...oder ist der Zug für Telekommunikation in Schwellenländern schon abgefahren?
Ganz ehrlich: Wer sich diese Frage heute noch stellt, hat die letzten Jahre verschlafen.Um auf Wachstumskurs zu bleiben, investieren Telekommunikationsbetreiber in Schwellenländer in Südamerika, Osteuropa, Asien und im Nahen Osten. Mittlerweile zieht der Tross weiter nach Afrika. Gibt es trotzdem noch Chancen für einen späten Einstieg in Schwellenländer? Was ist zu tun, um dort erfolgreich zu sein?
Im Nahen Osten und in Afrika haben auf Schwellenländer – den sogenannten „Emerging Markets“ – spezialisierte Unternehmen wie Orascom, Zain und Etisalat durch eine konsequente Internationalisierungsstrategie ihre Gewinne und ihre Marktkapitalisierung beeindruckend steigern können. Orascom’s Aktienkursbewertung hat sich im Zeitraum von Anfang 2004 bis Anfang 2008 verzwölffacht bei einem Anstieg des operativen Gewinns um mehr als das siebenfache. Zwei- bis dreifache Kurs- und Gewinnsteigerungen können Zain und Etisalat vorweisen.
Erfolgreiche Emerging Market-Spieler gibt es mit Singtel und Telekom Malaysia auch in Asien und mit America Movil auf dem amerikanischen Kontinent. Neben diesen bisher noch regional ausgerichteten Akteuren partizipieren durch Zukauf und Refokussierung ihrer Portfolios auch globale Player an dem Wachstumstrend. So hat zum Beispiel Vodafone seit 2005 für über 15 Milliarden Euro in der Türkei, in Ägypten, Südafrika, der Tschechischen Republik, Rumänien und Indien investiert und kürzlich erst die zweite Mobilfunklizenz in Katar für rund 2,2 Milliarden US-Dollar erworben. Finanziert wurden diese Investitionen unter anderem durch eine Umschichtung des Beteiligungsportfolios, indem in saturierten Märkten wie Schweden, Belgien, der Schweiz und Japan Anteile an Mobilfunkbetreibern abgestoßen wurden. Auch Telefonica hat seine Präsenz in den Schwellenländern Lateinamerikas bereits 2004/2005 mit der Übernahme der Bellsouth Holding um zehn Länder stark erweitert.
Wo Märkte noch wachsen
Volkswirtschaftlich gesehen sind Emerging Markets gleichbedeutend mit Ländern, die an der Schwelle vom Entwicklungsland zur Industrienation stehen. In aller Munde sind die unter dem Kürzel BRIC bekannt gewordenen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China, die in den Jahren 2006/2007 jeweils ein dreimal höheres Wachstum verzeichneten als die G7-Länder. Aus Experten- und Investorensicht ist das aber schon Schnee von gestern. Goldman Sachs hat die BRIC-Liste bereits um zusätzliche Wachstumskandidaten erweitert – die so genannten „Next Eleven“ (siehe Abbildung 1).
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