Partnerschaft für Netzneutralität
Neue Geschäftsmodelle ermöglichen die Monetarisierung der Netze
Die Nachfrage nach bandbreitenintensiven Dienstleistungen öffnet Online Service Providern einen wachsenden Markt. Sie bieten ihren Kunden eine große Auswahl an Filmen zu attraktiven Preisen. Problematisch bleibt, wie Telekommunikationsfirmen und Online Service Provider die Inhalte in der gewünschten Qualität über die Netze transportieren können, ohne dass die Netzneutralität grob verletzt wird.
Dan sitzt zu Hause auf seiner Couch und schaut einen Film, den er sich über seinen bezahlten Netflix Service online ausgeliehen hat. Gerade als die Handlung richtig spannend wird, stockt das Bild für ein paar Sekunden und läuft dann mit schlechter Qualität weiter. Er kann auch nicht vorspulen oder zurückspulen, denn dies dauert unsagbar lange. Frustriert mit Netflix und seinem Online Filmerlebnis schaltet er seinen Rechner aus. Was Dan jedoch nicht weiß, ist, dass Netflix in diesem Fall keine Schuld trägt, sondern dass die Teenager in seinem Mehrfamlienhaus gerade Wordl-of-Warcraft im Internet spielen und ihr Vater sich einen HD Film gekauft hat, den er sich gerade über seinen IPTV Service auf den Flachbildschirm der Familie streamen lässt. Beides verbraucht so eine große Internetbandbreite des gemeinsam genutzten Haus-Anschlusses, dass für Dan’s Netflix Service nicht mehr genug zur Verfügung steht. Dan macht aber weiterhin Netflix für die schlechte Qualität verantwortlich und kündigt sein Abonnement.
Dies verdeutlicht das derzeitige Problem der Online Serviceprovider: Sie sind nicht in der Lage, eine Servicequalität zu garantieren, die ihren zahlenden Kunden ein gutes Onlineerlebnis verspricht. Die betroffenen Services sind unter anderem Online Video wie Netflix, interaktive Online Spiele wie Borderlands über den OnLive Service oder auch Videokonferenzen wie LifeSize oder andere Bandbreiten-intensive Dienste.
Einen Ausweg aus diesem Dilemma weisen neue Technologien zur Steuerung der Quality of Service, wie sie von Netzbetreibern derzeit in ihren Next Generation Access Netzwerken (NGA) ausgerollt werden. Die Telekommunikationsfirmen integrieren Qualitätsgarantien in die Netze, da sie ihr Service-Portfolio vom einfachen Sprach- und Datenzugang hin zu IPTV und hochwertigen Multimediaservices erweitern. Damit diese neuen Dienste vom Kunden akzeptiert werden, muss eine gleichmäßige Übertragungsqualität im Netz vorliegen. Jedoch ist die Einführung neuer Online Produkte für die Telcos eine große Herausforderung, da ihre Produkte vom Kunden nicht so akzeptiert werden wie Konkurrenzprodukte von reinen Online Service Providern wie Netflix oder iTunes. Des einen Stärke ist des anderen Schwäche. Eine Partnerschaft zwischen den Online Unternehmen und den Netzbetreibern könnte für beide höhere Einnahmen bei geringeren Kosten bedeuten. Netzbetreiber könnten sich auf den Ausbau ihrer Netze konzentrieren, während die Online Service Provider die Inhalte akquirieren und verteilen. Obwohl dieses Szenario auf den ersten Blick sehr verlockend aussieht, birgt es doch die Frage nach der Netzneutralität.
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