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Prozessmanagement 2.0
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Prozessmanagement 2.0

Geschäftsprozesse optimieren durch Kollaboration und Social Media



Die Welt erlebt durch das Web 2.0 eine kleine Revolution „von unten“ und wird zunehmend demokratischer. Das gilt auch für das Thema Geschäftsprozessmanagement. Mitarbeiter entwickeln und verbessern „bottom-up“ die Unternehmensprozesse mit Hilfe von Social Media-Anwendungen und überwinden damit die „letzte Meile“ im Prozessmanagement: von der Prozessdokumentation hin zur gelebten Realität.

Was haben Business Process Management (BPM) und Social Media gemeinsam? Ist es etwa möglich, mittels Web 2.0-Technologien das Wissen der besten Prozessexperten überhaupt abzugreifen, nämlich das der Mitarbeiter und Prozessanwender? Sollte man nicht gerade dieses Expertenwissen für die Weiterentwicklung von Prozessen nutzen?

Prozessmanagement 1.0: Technokratie statt Partizipation

Stand heute ist Prozessmanagement eine technisch orientierte Disziplin mit oftmals formalisierten Methoden und IT-Fokus. Die Anwendung setzt unter anderem komplexe Modellierungsmethoden und damit entsprechendes Know-how voraus. Kurz gesagt: BPM 1.0 ist ein Betätigungsfeld für Experten.Ohne Frage hat sich gerade die Formalisierung in den letzten zwei Jahrzehnten bezahlt gemacht. Doch der „Endnutzer“, nämlich der gewöhnliche Prozessanwender ohne entsprechendes Know-how, wird bei diesem Ansatz außen vor gelassen (Bill Rosser: Tracking Innovation: On the Edge of Business Process Models for Workforce Visualization of Business Operations, Gartner 11/2010). Prozesse werden heute meist „top-down“, quasi „im stillen Kämmerlein“, und für den Anwender selten sichtbar entwickelt, anschließend qualitätsgesichert und danach ausgerollt. Ergebnis: Der Mitarbeiter, der den Prozess letztendlich umsetzen soll, kann sich nicht damit identifizieren. Sie oder er versteht den Prozess womöglich gar nicht. Die Dokumentation findet etwa in einem schlecht strukturierten Prozessportal statt. Die Art der Ablage ist oftmals wenig anwenderfreundlich. Für die Mitarbeiter gibt es kaum Tools zur operativen Prozessunterstützung.

Insgesamt ergibt sich das „Problem der letzten Meile“ im Prozessmanagement: Der dokumentierte Prozess wird im Ergebnis von den Mitarbeitern nicht gelebt und seine Implementierung scheitert (Bernd Hilgarth, Jörg Purucker, Harald Mayer, Florian Göldner: ProcessSharePoint – ein Praxisbericht zur Lösung des Last-Mile-Problems in der Prozessimplementierung, HMD 04/2009, S. 90 ff.).

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