DMR Magazin - Logo and Navigation

content area

Reality Check
Schrift: - +

Reality Check

Tandem aus Einkauf und Produktentwicklung sichert wettbewerbsfähigen Marktpreis in der Automobilindustrie



Target Alignment in den frühen Phasen des Produktentstehungsprozesses zahlt sich aus. Insbesondere die enge Abstimmung von Einkauf und Entwicklung sorgt für Transparenz und Planungssicherheit.

Die richtige Balance zwischen Preis und einem attraktiven Produktkonzept zu finden ist eine große Herausforderung für Automobilhersteller. In diesem Zusammenhang stellt das Zielkostenmanagement ein wichtiges Instrument zur marktorientierten Kostenplanung, -steuerung und -kontrolle dar. Es geht nicht um die Frage: „Was wird ein Produkt kosten?“, sondern vielmehr darum: „Was darf ein Produkt kosten?“. Im Kern dieser Fragestellung steht die Bestimmung eines wettbewerbsfähigen Marktpreises auf Basis der Kundenanforderungen unter Beachtung der anvisierten Gewinnmarge (Vgl. Horváth, P./ Seidenschwarz, W.(1992): Zielkostenmanagement, in Controlling, 4. Jg., 1992, Heft 3,S.142.).

Projektinitialisierungsphase ist bereits kostenbestimmend

In der Vergangenheit erweiterten die Automobilhersteller kontinuierlich die Produktpalette, um die Kundenwünsche mit innovativen Produkten zu bedienen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Die hierdurch steigende Komplexität und der hohe Kostendruck erfordern in der kostenbestimmenden Projektinitialisierungs- und Konzeptphase das Alignment der Prozesspartner. Ein stringenter Zielkostenmanagementprozess, in dem insbesondere die Entwicklung, der Einkauf und das Controlling involviert sind, kann in der frühen Phase für Transparenz und Planungssicherheit sorgen. Diese nutzen- und kostenorientierte Koordination der involvierten Unternehmensbereiche ist die Grundlage für die Erreichung der Profitabilitätsziele einer Baureihe beziehungsweise eines Unternehmens bei gleichzeitiger Kundenorientierung.

Im Rahmen der ersten Grundsatzentscheidung für ein Fahrzeugprojekt wird der Business Case kalkuliert und ein Zielkostenrahmen top down festgelegt. Hierbei werden die internen Vorstellungen und externen Kundenerwartungen an ein neues Produkt abgeschätzt und anhand einer retrograden Analyse die Zielkosten aus den erwarteten Umsatzerlösen und dem geplanten Gewinn abgeleitet. Im Gegensatz hierzu wird im traditionellen Kostenmanagement der Verkaufspreis auf bestehenden Kosten festgelegt, wodurch sich ein zu hoher Verkaufspreis ergeben kann, der zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führen kann.

Um dabei sicherzustellen, dass die Kundenerwartungen erfüllt und die Kosten im Zielrahmen bleiben, muss ein Fahrzeugkonzept definiert und kaufmännisch bewertet werden. Nur so kann entschieden werden, welche Technik man sich aus kostensicht wirklich leisten kann. Je höher der Reifegrad des Fahrzeugkonzepts in der frühen Phase ist, desto geringer fallen die späteren Änderungskosten aus. Das beste Fahrzeugkonzept, das die Entwicklung im „Elfenbeinturm“ definiert hat, kann sich in der Serienentwicklungsphase als nicht finanzierbar darstellen und enorme Änderungskosten nach sich ziehen. Mittels „Design to Cost“-Ansätzen (kostenoptimale Auslegung von Komponenten und Werkzeugen) sowie „best-practice-Analysen“ muss daher schon in der Konzeptphase das Fahrzeug kaufmännisch bewertet und ein Zielkostengerüst bottem up ermittelt werden. 

Seite 1 Seite 2 Seite 3 Seite 4

marginal box area


footer area navigation