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Das Verständnis der Wirkung von Standardisierung und Lean Manufacturing auf die Kosten ist essentiell, um sowohl die positiven als auch negativen Konsequenzen einschätzen zu können. Standardisierung ist wichtig, um Effektivität in die Produktentstehung beziehungsweise die Produkte selbst zu bringen und Komplexität zu kontrollieren. KVP-Effekte sind direkt abhängig vom Standardisierungsgrad. Somit ist Standardisierung ein Grundstein zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Produktions- und Produkt-Know-hows.

Durch Standardisierung von Produktionsprozessen steigt die Auslastung tendenziell an, denn sie vermindert Stillstands- und Rüstzeiten, erhöht damit die produktiv nutzbare Auslastung beziehungsweise erhöht die nutzbare Fertigungskapazität und vermindert die Leerlaufkosten durch Warten, Rüsten, Liegen, Instandhalten. Der Wertstrom wird stetig, die Liefertreue steigt tendenziell an, ebenso die dazugehörenden Kostenvorteile.

Die Liefer- beziehungsweise Durchlaufzeit wird insbesondere zu Beginn anfällig für Verzögerungen sein, wenn ein Line Balancing noch nicht ausgereift ist. Mit jeder KVP-Runde kann jedoch eine dauerhafte Senkung erfolgen, die umso mehr greift, je mehr Produkte über die betreffende Linie laufen. Der Kunde profitiert letztendlich von qualitativ besseren, günstigeren und schneller verfügbaren Produkten, doch diese Vorteile werden irgendwann durch einen Mangel an Produktdifferenzierung, in Ausnahmefällen von eingeschränkter Funktionalität zugunsten des Preises erkauft.

Standardisierung zieht immer eine Spezialisierung der gesamten, nachgelagerten Wertschöpfungskette nach sich. Bei technisch anspruchsvollen Produkten mit einem hohen Anteil an Wissen in der Wertschöpfung wird dieser Spezialisierungsdruck sehr hoch sein. Eine Standardisierung kann die Flexibilität der zu fertigenden Produkte erheblich einschränken. Die Produktentwicklung gestaltet sich unter Umständen aufwendiger, da Restriktionen aus den Standards bezüglich Fertigungsverfahren, Taktungen oder Produktspezifikationen einzuhalten sind.

Standardisierung ist ein wesentlicher Enabler für Lean Manufacturing, da hierdurch die Losgrößen steigen und der Wertstrom stetig wird. Pull-Prinzipien drängen dadurch klassische Losgrößenplanungen in den Hintergrund. Erfolgreiche Standardisierungsprojekte verbessern meist die Umsatzrendite eines Unternehmens. Dies beinhaltet, dass Umsatz verloren geht, aber durch noch stärkere Kostenreduzierungseffekte - unter der Voraussetzung einer stringenten Portfoliobereinigung - überkompensiert werden kann. In Bilanz und GuV müssen sich diese Effekte in reduziertem Anlage- und Umlagevermögen beziehungsweise Personalkosten niederschlagen. In letzter Konsequenz zieht eine konsequente Standardisierung Standortkonzentrationen nach sich, falls im gleichen Zeitraum der Umsatz nicht massiv gesteigert wird.

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