Lerneffekte bei der Standardisierung entwickeln Kernkompetenzen weiter und fördern Effektivität
Kostenflexibilisierung zwingt zur Kernkompetenzbetrachtung in der eigenen Wertschöpfung: Liegt zum Beispiel die Kernkompetenz eher im Produkt- (entwicklungs) Know-how, so gewinnt das Outsourcing der Produktion an Bedeutung. Liegt die Kernkompetenz eher in der Fertigung der Produkte, kann die Produktentwicklung ausgeschrieben werden.
Nun trägt stringente Standardisierung zu Spezialisierung und Kostenführerschaft bei, die Markteintrittsbarrieren wachsen weiter. Ausschlaggebend sind hier unter anderem die umgesetzten Lernkurven in Produktion und Investitionen in Automatisierung.
Existierende Firmen haben nun den Vorteil, Lernkurven hinter sich zu haben und erzielen Skaleneffekte, die von anderen Firmen nur noch mit massivem (Kapital-) Einsatz erreicht werden können. Diese Spezialisierung führt dazu, dass Innovationen über bestehende standardisierte Serienproduktionen meist nur mit massiv erhöhtem Abstimmungsaufwand in den Markt zu bringen sind, was dem verfügbaren Zeitrahmen und den Qualitätsanforderungen – qualitativ als auch von den Produktmerkmalen gesehen – abträglich ist. Innovation wird also tendenziell evolutionär, nicht revolutionär getätigt.
Der zunehmende evolutionäre Charakter der Produktentwicklung führt dazu, dass die Planung der Produktlebenszyklen und –generationen weiter an Bedeutung gewinnt. Insbesondere die strategischen Ziele je Produktgeneration, zum Beispiel Marktanteilgewinnung (Kostenfokus), Marktabschöpfung (Fokus "Time to market"), Generierung einer langfristigen Cash Cow (Fokus auf Produktmerkmale), tragen erheblich zur Effektivität bei und ermöglichen dadurch erst die Ausschöpfung der Potentiale einer Standardisierung. Diese Fokussierungen stellen immer höhere Ansprüche an die Koordination der Wertschöpfungspartner untereinander. Sprachbarrieren, Mentalitätsunterschiede und unterschiedliche Zeitzonen fördern diese Koordination nicht.
Spezialisierung und Fokussierung auf standardisierte Produkte und Prozesse ermöglichen Benchmarking und erleichtern Outsourcing. Benchmarking ist die Messung der eigenen Position im Markt. Die Fähigkeit eines Unternehmens jedoch, seine Produkte und Prozesse zu standardisieren, also Lerneffekte umzusetzen, wird wichtiger, um seine eigene Kostenposition am Markt nicht nur zu verifizieren, sondern auch verbessern zu können. Nur so ist sichergestellt, dass das Unternehmen seine Kompetenz weiterentwickelt und First mover-Renten abschöpfen kann. Mit diesem Entscheidungshintergrund ist die Entscheidungssituation transparent und die Führung eines Outsourcing-Lieferanten vergleichsweise einfacher.
Weiter